Neben Singapur wollen auch die Philippinen, Kambodscha, Laos und Vietnam ihr Stück vom Kuchen der gewinnträchtigen Wirtschaft des Glücksspiels abhaben. Man peilt in erste Linie Touristen aus dem asiatischen Raum an.

Die Glücksspielsaufsicht hat ehrgeizige Pläne, denn man will die Casino Metropolen Macau und Singapur einholen, so der Chef der Glücksspielaufsicht. Musterprojekt dieser Behörde, die selbst 12 Casinos betreibt, ist die "Unterhaltungsstadt" in der Hauptstadt Manila. Bis in vier Jahren sollen dort 4 Milliarden Dollar investiert werden.

Als Investoren finden sich der philippinische Immobilientycoon Razon, der Hersteller von Pachinkomaschinen Aruze aus Japan sowie die malaysische Genting Group, die auch in Europa Casinos unterhält. Während sich die Baumaßnahmen auf den Philippinen aufgrund mangelnder Rechtssicherheit verzögern, laufen bei einem Konsortium um den Hedge-Fund Harbinger Capital Partners in Vietnam wie am Schnürchen.

Der Spatenstich für das MGM Grand Ho Tram in der Nähe von Ho-Chi-Minh Stadt hat bereits stattgefunden. "Integriertes Ressort" heißt das Zauberwort in Südostasien, also eine Kombination aus Glücksspiel, Einkaufstourismus und Veranstaltungszentrum. Das kommunistische Laos und das Königreich Kambodscha sind diesem Beispiel gefolgt. Alle wollen Touristen aus dem asiatischen Raum herlocken, besonders aus China und Thailand, denn in beiden Ländern ist das Glücksspiel untersagt.

In diesem Jahr hat Singapur Großes vor. Im Juni öffnete die amerikanische Gruppe Las Vegas Sands die Pforten einer 580.000 m2 großen Casinolandschaft, die einem Raumschiff ähnelt. Sie ist höher als die Skyline von Singapur und es wird erwartet, dass die Land- und Baukosten von 5,5 Milliarden Dollar in fünf Jahren wieder in der Kasse sind. Die Gruppe geht davon aus, dass Singapur in Zukunft mehr Gewinn machen wird, als in der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macau.

Seit Februar wird jenseits des Singapurer Hafens im Ressort World Sentosa gespielt. Dies ist eine glamouröse Welt, in die die Genting-Gruppe etwa 4,7 Millionen Euro investiert hat. Singapur hätte wie die meisten Länder auch, zusätzliche Einnahmen, die aus dem Glücksspiel kommen. Entweder indirekt über eine Ankurblung des Tourismus oder direkt mittels der Abgaben der Casino Betreiber.

Der Spielleidenschaft der Bürger wird in dem Stadtstaat aber mit einer wirtschaftlichen Zutrittsschranke ein Dämpfer verpasst. Einheimische zahlen 100 Singapurdollar. Auf die Ausländer wartet zwar eine genaue Passkontrolle, doch ihr Geld verzocken sie meist erst an den Spieltischen. Bis jetzt scheint der Plan gut zu funktionieren.

Zwischen April und Juni dieses Jahres nahm der Betreiber des ersten Großcasinos in Singapur, die malaiische Genting Group eine Summe von knapp 514 Millionen Sinagpurdollar ein und übertraf die Prophezeiungen der Analytiker um mehr als das Zweifache. Die Zukunft dieser Industrie liegt zweifelsohne in Asien.

Das zeigen Zahlen des Consulting-Unternehmens GBGC. In Macau kletterte der Gewinn der Casinobranche im letzten Jahr um 10 Prozent, in Nordamerika schrumpften die Gewinne um 7 Prozent, in Europa waren es sogar 12 Prozent.