Das Konzept der Kampagne stammt von dem ehemals Spielsüchtigen Harald Mießeler, der zu Zeiten seiner Sucht in erster Linie dem Automatenspiel nachging. Das Konzept des ehemaligen Spielers scheint aufzugehen, denn die Kampagne kann durchaus Erfolge feiern und bekommt stetig positive Rückmeldungen.

Die Spielsucht ist weit verbreitet. Statistiken zu Folge werden die Betroffenen zunehmend jünger. Die Gruppe der Betroffenen besteht vor allem aus Männern im Alter zwischen 21 und 25 Jahren. Meist spielen Faktoren wie der Bildungsstand, die finanzielle Situation der Familie und der Migrationshintergrund eine Rolle, die die Spielsuchtgefahr zusätzlich erhöhen kann. Auch die Anzahl der Jugendlichen, die sich beim Glücksspiel bereits auskennen, ist zunehmend angestiegen.

So bleibt es nicht mehr nur bei der Suchtprävention und Spielsuchtbekämpfung, sondern auch der Jugendschutz sollte vermehrt in den Vordergrund gestellt werden. Die Zahlen zu dem Thema Spielsucht lieferte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema Glücksspielverhalten in Deutschland. Die Studie erfolgte in den Jahren 2007, 2009 und 2011 in Form von Befragungen, wodurch die Veränderung deutlich aufgezeigt werden konnte.

Mit der Verstärkung durch den Bürgermeister der Stadt Mechernich, Dr. Hans-Peter Schick, wird auch von Seiten des ehemals Spielsüchtigen Harald Mießeler, besonders dafür gekämpft, dass schon die Jugend über das Thema Spielsucht aufgeklärt wird. Daher hält Mießeler realistische Vorträge in verschiedenen Schulen, um hier vor allem die Jugend zu erreichen und vor einem vielleicht schlimmen Schicksal in Verbindung mit der Spielsucht zu bewahren.

Sowohl von den Schülern selbst als auch von den Eltern erfolgte bereits äußerst positive Resonanz auf die Reden, die Mießeler mit in die Schulen brachte. Bei diesen erzählte er schonungslos und geradeheraus von seiner Zeit als Spielsüchtiger und wie dies sein Leben negativ beeinflusste. Er möchte mit seinen unentgeltlichen Vorträgen als abschreckendes Beispiel für die Jugendlichen dienen und freut sich über jeden einzelnen Brief, in dem Jugendliche deutlich machen, dass sein Beispiel ihnen dermaßen Angst eingeflößt habe, dass sie niemals an einen Spielautomaten treten möchten.

Unterstützt wird der Redner auch von der Stadt, denn der Bürgermeister teilt die Meinung von Mießeler, dass es an dieser Stelle keinen Sinn mache, die Spielhallen in der Region zu verbieten. Es ist einfacher gedacht, als es sich umsetzen lässt, so der Bürgermeister, denn auch bei fehlenden Spielbanken finden die Spielsüchtigen und auch die, die es noch nicht sind, einen Weg, um dem Glücksspiel nachzugehen.

Vergleichbar ist dies mit Drogenabhängigen, die auch ohne Geld und Freunde immer einen Weg finden, um an die benötigten Drogen zu kommen. Aufgrund dieser Denkweise hat sich die Stadt Mechernich dazu entschlossen, die Jugendlichen mit Aufklärung vom Glücksspiel fern zu halten und damit vielleicht sogar die eine oder andere Spielsucht abwenden zu können.