Die Spielbank in Erfurt bekommen infolge der gewerblichen Spielotheken, die eine große Konkurrenz für sie sind, immer mehr Druck. Der Direktor des Erfurter Casinos gab an, dass die Spielhallen merklich aus den Fugen geraten würden.

Für die Spielbanken mit staatlicher Zulassung seien besonders die gesetzlichen Vorgaben eine schwere Last. Dies sind Kriterien, die in privaten Spielorten nicht gültig sind oder wie der Direktor annimmt, keine angemessene überwachung erfahren. Die verpflichtete Kontrolle beim Zutritt des Casinos und das Rauchverbot hätten schlechte Konsequenzen für dieses Geschäft.

Laut dem Direktor werden dadurch die Leute vergrault, denn nicht jeder sei damit einverstanden, dass seine persönlichen Daten kontrolliert werden. Im letzten Jahr verbuchte das Casino in Erfurt etwa 25.000 Besuche und einen Bruttospielertrag von mehr als 2 Millionen Euro.

Vor zwei Jahren lag die Besucherzahl noch 2.400 höher und der Bruttospielertrag war rund 720.000 Euro mehr. Hier komme noch dazu, dass der Schutz der Nichtraucher in den privaten Spielorten eher locker aufgefasst wird. Der Direktor bemängelte die fehlenden überprüfungen durch die Ordnungsämter und die juristische Ausnahme für Spielhallen die eine Fläche von bis zu 75 m2 vorweisen können.

Der Begriff "Casino" unterliege keinem Schutz und so könne sich jede x-beliebige Spielothek diesen Namen zulegen. Dies sorge nicht gerade für Klarheit, so der Direktor des Casinos Erfurt. Das Erfurter Casino ist das einzige in Thüringen, das eine staatliche Zulassung vorweisen kann.

Es hat eine Fläche von etwa 500 m2 und stellt 85 Automaten, zwei Tische zum Pokern und einen Black Jack Spieltisch bereit. Um neue Gäste herzulocken hat das Casino seine Palette für das pure Glücksspiel ausgedehnt. Seit etwa einem Jahr werden hier in einem separaten Bereich der Spielbank unterschiedliche Events organisiert.

Hier kann man Firmenfeiern, Geburtstage oder Junggesellenabschieden begehen, bei denen auch kleinere Turniere organisiert würden, allerdings ohne bares Geld. Der Zweck sei es, den Spielbanken ein besseres Image zu verschaffen und neue Gäste für den normalen Spielalltag dazuzuholen, so der Direktor.

Die Zentrale der Westspiel-Gruppe gab ebenfalls an, dass die Lage nicht gerade rosig sei. Deren Sprecher brachte die nicht einheitlichen Kriterien für die Staatscasinos und die privaten Spielotheken zur Sprache.

Außerdem näherten sich die Paletten der Spielotheken und der Spielbanken mit Zulassung immer weiter an. Die Konkurrenz der privaten Anbieter hat nicht geschlafen und stellt nicht mehr länger die traditionellen Spielhallen zur Verfügung.

Anstelle dessen gebe es neuartige "Multigamer" mit maximal 50 Spielen. Insgesamt verzeichnete die Westspiel-Gruppe im letzten Jahr in ihren sieben nordrhein-westfälischen, thüringischen, Bremer und Berliner Casinos einen Rückgang der Besucher um 10,7 Prozent und eine Schrumpfung des Bruttospielertrags um 22 Prozent auf etwas mehr als 125 Millionen Euro.