Weder der Brief an die 47 Ratsmitglieder noch ihre persönliche Anwesenheit in der Ratssitzung jedoch halfen dabei, den Plan durchzusetzen. Die Bitte darum, von der Erhöhung der Vergnügungssteuer für Geldspielgeräte auf 20 Prozent abzusehen, versuchte Ippensen deshalb durchzusetzen, weil im Falle der Erhöhung schwere Zeiten auf die kleinen Unternehmen zukommen werden. Es drohen Unternehmensschließungen, Lohnkürzungen und Kündigungen.

Ippensen bezeichnete die geplante Steuererhöhung nach der Ratssitzung als falsches, politisches Signal. Für die Branche sei der Beschluss ein Schlag ins Gesicht und von Seiten der Stadt sei die Steuererhöhung eine Art Ausgrenzung der Branche. Denn diese sei legal und bereits streng Reguliert, die Steuererhöhung sei daher nur der Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Branche habe sich immer an alle Regelungen und Regulierungen gehalten, Steuerabgaben werden pünktlich gezahlt und auch sonst habe die Branche sich nichts zu Schulden kommen lassen, so Ippensen. Da ihre Vorarbeit nun nicht zum Erfolg führte, kündigte sie nun an, dass im nächsten Jahr von Seiten der Branche gegen die Vergnügungssteuer-Bescheide Klage erhoben werde. Die Branche sehe keine andere Möglichkeit, als vor Gericht zu ziehen, denn alle anderen Versuche waren bisher erfolglos.

Mehrere Städte mit 20 Prozent Vergnügungssteuer

Auf der anderen Seite scheint man dieser Androhung der Klage gelassen entgegen zu sehen. In einem Interview machte die Finanzdezernentin Antje Kuhne deutlich, dass Hildesheim nicht die einzige Stadt sei, wo eine Erhebung der Vergnügungssteuer auf 20 Prozent umgesetzt werden soll.

Ihrer Aussage nach gäbe es bereits einige Städte, in diesen der Hebesatz von 20 Prozent angewendet werde, bei wieder anderen sei die Erhebung in der Planung. Aus diesem Grund stehe ihrer Ansicht nach der Erhebung des Steuersatzes zum 1.1.2015 nichts im Wege.