Das Bundesland Schleswig-Holstein sorgte bereits bei dem ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag für Aufsehen. Das Bundesland hatte sich damals als einziges Bundesland dafür entschieden, den Glücksspieländerungsstaatsvertrag nicht zu unterschreiben und eine eigene Liberalisierung des Online Glücksspiels vor Ort durchzuführen. Dies wurde auch getan, allerdings nicht lange, denn mit dem Regierungswechsel schloss sich das nordische Bundesland doch den anderen Mitgliedsstaaten an und unterschrieb den ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrag. Mit einer aktuellen Entscheidung sorgt Schleswig-Holstein nun erneut für Aufsehen.

Was Schleswig-Holstein aktuell plant:

  • keine Ratifizierung des zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrags
  • Kündigung des ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrags
  • Suche nach einer tragfähigen, europarechtskonformen Lösung für den gesamten Bereich

Eine Chance für den Deutschen Lottoverband (DLV)

Die aktuellen Entscheidungen der Regierung in Schleswig-Holstein machen nicht nur Hoffnung bei den Anbietern von Online-Glücksspielen, sondern lösen auch Hoffnungen bei dem Deutschen Lottoverband aus. Warum? Weil der DLV hofft, dass im Zuge einer umfassenden Reform der Glücksspielregelung, auch die Einschränkungen für die Lotterien gelockert werden könnten. Dies fordert der Lottoverband schon geraumer Zeit. Nun wird eine entsprechende Chance gewittert, um diese Forderungen nun noch einmal deutlich zu machen.

Was die Forderungen des DLV beinhalten:

  • Aufhebung überzogener Werbe- und Vertriebsbeschränkungen im Lotteriebereich
  • Sicherung und Steigerung der Lotterieumsätze
  • Steigerung der Steuern und Zweckertäge für die Landeshaushalte

Gleiches Recht für alle

Die Hoffnung besteht nun also, dass eine einheitliche Regulierung gefunden werden kann, die allen Anbietern zu Gute kommt. Bisher sind die gesetzlichen Regelungen für die unterschiedlichen Glücksspielbereiche sehr unterschiedlich. Während der Lottosektor mit Werbe- und Vertriebseinschränkungen zu kämpfen hat, können andere Anbieter ihre Produkte besser und einfacher bewerben. Somit wird gefordert, dass hier einheitliche Regelungen gefunden werden sollen und somit die Konkurrenz auf dem gleichen Level agiert. Wenn diese Hoffnung sich in Zukunft realisieren würde, dann könnten die Anbieter unter den gleichen Bedingungen am Markt existieren und so unter gleichen Voraussetzungen das Konkurrenzgeschäft betreiben.