Bei heißen Temperaturen über 30 Grad brach man in der Berliner Spielbank am Potsdamer Platz einen Teilnehmerrekord. Drei Tage (8.7. -10.7.) dauerte das erste Deepstackturnier im Pokerfloor. Diese Turniere liegen voll im Trend. Eine große Menge an Startchips und eine allmähliche Steigerung der Blindhöhen machen ein gutes Pokerspiel möglich. Die Spieler verfügen über mehr Zeit und müssen nicht so rasch grenzwertige Entschlüsse treffen.

Der Zufallseinfluss bei früheren Blindstufen fällt deutlich schwächer aus. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass bei diesen Turnieren die Spieler mit Erfahrungen klare Vorteile haben. Deswegen ist es keine Überraschung, dass die Strukturen dieses Turniers sehr populär sind und eine steigende Nachfrage von Gästen verzeichnen können.

Das Turnier wurde über zwei Vorrundentage, dem 8.7. und 9.7. abgehalten. An diesen beiden Tagen standen je 15 Tische, die alle mit Mischmaschinen versehen waren, bereit und es gab keine Plätze mehr oder sie waren reserviert. Nicht alle Reservierungen kamen auch zur Erfüllung. Aufgrund langer Wartelisten war es möglich, alle Tische voll zu besetzen und Nachrücker kamen an beiden Tagen auch noch.

Im Verlauf der ersten drei Blindlevel, sprich für zweieinhalb Stunden, war es möglich, die Plätze von ausgeschiedenen Spielern durch Nachrücker zu füllen. Da auch in diesem Turnier mancher früh gehen musste, schafften dies 33 Spieler und der Preispool schnellte auf knapp 17.000 Euro hoch. Ein Aspekt muss hier besonders beachtet werden. Es war das ausdrückliche Ziel für beide Tage, das Maximale an Tischbesetzungen für die Turnierinteressenten bereitzustellen, deshalb war es nicht möglich, in den ersten Stunden des Turniers, Cashgame anzubieten.

Wenn man berücksichtigt, dass die Spielbank damit gewollt auf Gewinne aus dem Rake verzichtet, so kann dies als besonders lobenswert angesehen werden und spricht für ein besonderes Engagement für die Teilnehmer. Zu der spielerfreundlichen Organisation sorgte die Gastrocrew an allen Turnieren mit leckerem Fingerfood wie Mini-Pizzastücke und Gemüse im Tempurateig mit pikanten Dips für Speis und Trank. An diesen Tagen spielte man bis inklusive Blindlevel 8 (400/800). Mit den Turnierpausen eingerechnet, dauerte jeder Vorrundentag knapp 10 Stunden.

Für das Finale am 10.7. qualifizierten sich letzten Endes 122 Teilnehmer. Bei den Blinds von 400/800 und einer Ante von 100 ging das Spiel um drei Uhr Nachmittags bei mehr als 35 Grad Celsius Außentemperatur in einem klimatisierten Innenraum weiter. Zu diesem Zeitpunkt betrug der durchschnittliche Chipstack knapp 41.000, jeder Teilnehmer verfügte also im Schnitt über 20 Big Blinds. Allerdings ging der Chipleader vom vorherigen Tag mit circa 180.000 Chips an den Finaltisch.

Das Turnier dauerte bis halb fünf Uhr früh am Sonntag. Dann machten die letzten 6 Spieler einen Deal. Den ersten Platz machte Alexander Paul mit 2.470 Euro, den zweiten Platz bekam Herr Babic mit 2.380 Euro, den dritten Platz erhielt Mafi mit 1.970 Euro, auf den vierten Platz kam Peter Kaufmann mit 1.770 Euro, den fünften Platz belegte Leon ?huligun? mit 1.740 Euro und auf den letzten Platz kam M. Kühn mit 980 Euro.

Der Pokerchef Olcay Kacak, die Floormen Bernd Plätrich als Designer des Turniers und A. Petkoff, die Dealer(innen) haben exzellente Arbeit geleistet. Das Turnier war tadellos organisiert und war trotz der beengten räumlichen Verhältnisse reibungslos.

Das muss hier besondere Erwähnung finden, dass es das erste Mal war, dass ein solches Turnier in einer derartigen Größe und zeitlicher Dimension abgehalten wurde. Die Atmosphäre an den Tischen war toll, das Preisgeld auf rekordverdächtigem Niveau, viele Teilnehmer betonen, sie hätten gerne mehr, auch mit einer höheren Teilnahmegebühr, gehabt.