Paul Gauselmann, der Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) fühlt sich durch die Ankündigung der EU bestärkt, denn auch er ist stellvertretend für die Industrie der Meinung, dass der Gesetzesentwurf in dieser Form die Forderungen für Deutschland nicht umsetze. Er wolle die komplette Liberalisierung.

Außerdem erwähnte auch die EU mehrfach die Ungleichbehandlung der Glücksspielvarianten in Bezug auf die Liberalisierung. Es sei nicht gerechtfertigt nur die Sportwetten in Deutschland zum Teil zu Liberalisieren, während ohne Begründung sowohl Online Poker als auch Online Casinos weiterhin verboten bleiben sollen.

Von Seiten Gauselmanns wird die vollständige Liberalisierung gefordert. Als Begründung gibt er an, dass Deutschland auf diese Art und Weise im Bereich des Glücksspiels nicht wettbewerbsfähig sei.

Während er derzeitige Schwarzmarkt im Internet boomt und die Umsätze des Onliner Glücksspiels zunehmend steigen, sind die Einnahmen der staatlichen Glücksspielangebote rückläufig.

Deutschland habe in dieser Form keine Chance gegen die internationalen Anbieter im Internet zu bestehen und daher wäre laut Gauselmann die Liberalisierung die einzig sinnvolle Möglichkeit. Für Deutschland würde dies zudem zusätzliche Vorteile bringen, da der Glücksspielmarkt besser kontrolliert und reguliert werden könnte, die Staatseinnahmen steigen würden und zudem auch Arbeitsplätze geschaffen würden.

Die Liberalisierung in laut Gauselmann wünschenswerter Form habe bisher lediglich Schleswig-Holstein richtig begriffen und mit dem eigenen Glücksspielgesetz auch durchgesetzt. Auch die EU segnete das Glücksspielgesetz des nordischen Bundeslandes ab, in welchem der Glücksspielmarkt vollständig liberalisiert wird und alle Glücksspielangebote gleichermaßen und uneingeschränkt erlaubt werden sollen. Auch Gauselmann sieht hier den richtigen Weg, an den sich auch die anderen Bundesländer seiner Meinung nach besser anschließen sollten.

Die anderen Ministerpräsidenten weigern sich jedoch weiterhin ihren Gesetzesentwurf nach der Vorlage des schleswig-holsteinischen Glücksspielgesetzes abzuändern. Darüber hinaus hat Gauselmann außerdem eine ganz eigene Meinung zu den Rechtfertigungsgründen der 15 Bundeländer, warum der Gesetzesentwurf in gleicher Form beibehalten werden soll.

Es wird angegeben, dass aufgrund der Spielsuchtgefahr das Glücksspiel in Deutschland nicht vollkommen liberalisiert werden solle. Gauselmann glaubt jedoch, dass die Ministerpräsidenten den Grund des Geldes sehen, der gegen die Liberalisierung spricht, da im Falle dieser der Geldfluss nicht mehr durch den Staat bestimmt werden könnte.

Die Spielsucht sei laut Gauselmann nur ein vorgeschobener Grund, der jedoch nur aus Rechtfertigungsgründen gegeben worden sei. Gauselmann glaubt, dass die Bundesländer mit dem Gesetzesentwurf in dieser Form keine Chance haben werden, auch wenn diese dennoch versuchen diesen durchzusetzen.