Der europäische Verband der staatlichen Lotteriegesellschaften reagiert positiv auf den gestrigen Entscheid des europäischen Gerichtshof über nationale Glücksspielmonopole. Die höchsten europäischen Richter entschieden, dass EU Staaten in Zukunft private Sportwetten im Internet einschränken dürfen, so sollen Straftaten im Internet verhindert werden. Unternehmen, die bei Sportbewerben und beteiligten Mannschaften als Sponsor auftreten, könnten Wettausgänge beeinflussen und so die eigenen Gewinne erhöhen. Aus diesen Gründen kann laut Urteil das Online Glücksspiel ausserhalb des Monopols verboten werden.

Die Begründung des gefällten EuGH-Urteils in Portugal fällt zum ärger des Online-Wettanbieters Bwin deutlich aus. Somit fordert Bwin eine zeitgemäße Regulierung des Online Glücksspiels und verwies darauf, dass Verbote im Internet ohnehin nicht viel bringen würden, ausserdem könnten Anbieter wie Bwin Spiele im Internet genauso kontrollieren wie staatliche Monopole.

Bwin ist eine Börsenorientierte Firma hinter der österreichisches Kapital steckt und mit einem Firmensitz in Gibraltar operiert, somit gilt Bwin als der größste Internet Glücksspielanbieter europaweit. Die Bwin-Aktie hat nach diesem Urteil innerhalb von vier Stunden fast acht Prozent an Wert verloren. Nach der gestrigen Entscheidung des Gerichts kann ein Glücksspielmonoplo helfen, die Betrugsgefahr einzudämmen, somit rechtfertige dies die Einschränkung der Dienstleistungsfreiheit. Bezüglich Portugal als Online-Glücksspielmarkt sei das Urteil außerdem verschmerzbar.

Als schärfster Verteidiger des Glücksspielmonopols gilt Deutschland, denn 2008 wurden deutschlandweit alle Internetwetten vollständig verboten. In Frankreich und Italien wurden die Beschränkungen im Glücksspielbereich in den letzten Jahren abgebaut. In den USA und in Norwegen sind Online Casinos komplett verboten, hier werden die Zahlungen an Glücksspielanbieter sogar verunmöglicht, um das Verbot durchzusetzen.

Mit Freude wurde der Entscheid des Europäischen Gerichtshof auch von Swisslos in Basel aufgenommen.Laut Sprecher Willy Mesmer, bestötigt die Tradition, dass die Glücksspieleinnahmen für gemeinnützige Zwecke verwendet werden.

In der Schweiz ist bisher die telekommunikationsgestützte Durchführung von Glücksspielen, insbesondere mittels Internet verboten. Dieses Gestetz war jedoch bisher nicht durchsetzbar und da illegale Glücksspielangebote von ausländischen Anbietern in der Schweiz zunehmen, wurde bereits von der Eidgenössischen Spielbankenkommission im April vorgschlagen, dass zukünftig einige Internet Casinos unter strengeren Auflagen erlaubt werden sollen. Außerdem soll auch das illegale virtuelle Glücksspielangebot mit technischen Maßnahmen eingeschränkt werden.

In der Schweiz dürfen bisher nur Swisslos und die Lotterie Romande Wett- und Lotteriespiele anbieten. Obwohl es illegal ist, kann man in der Schweiz ohne große Probleme bei ausländischen Anbietern übers Internet wetten. So wird man beispielsweise auf der Internet-Seite von Bwin sofort auf diverse Zahlungsmöglichkeiten mit Schweizer Franken hingewiesen.