Offensichtlich haben sich die European Poker Awards ein Beispiel an der Verleihung in den USA genommen, denn auch hier zählen Können und Berühmtheit offensichtlich nicht mehr, sondern nur noch die Gelder, die im Vorfeld überwiesen werden. In Europa spielen nur noch die PokerStars eine Rolle, da stellt sich bei den Experten die Frage, warum man die Auszeichnung nicht gleich PokerStars Award nennt.

In Europa sollte Poker eigentlich mehr sein als der Branchenführer PokerStars und die dazugehörigen Turniere wie die EPT und die WPT. Dennoch werden alle Spieler aus anderen Bereichen, wie zum Beispiel aus täglichen Casinoturnieren oder Online Turnieren, offensichtlich nicht bei der Verleihung der European Poker Awards mit einbezogen.

Doch nicht nur die Auswahl der Nominierten wird von Seiten der Experten kritisiert, auch die Bereiche, in denen Unternehmen oder Spieler nominiert werden können. So gibt es zum Beispiel die Kategorie Poker Innovation of the Year, bei der Unibet aufgrund der Präsentation der eigenen Gaming Plattform nominiert wurde. Ist dies eine besondere Innovation? Dies ist auch die Frage, die sich die Experten in diesem Augenblick stellen.

Awards ohne Berücksichtigung der tagtäglichen Pokerwelt

So schade es auch ist, bei der Verleihung der Euopean Poker Awards bleibt die tagtägliche Pokerwelt offensichtlich komplett außen vor. Damit wird die generelle Einstellung, dass Poker für jedermann ist, leider nicht bestätigt. Bei den Nominierungen sollten eigentlich Personen berücksichtigt werden, die sich tatsächlich für das tägliche Pokergeschehen einsetzen.

Dies würde zum Beispiel Vereinsvorsitzende betreffen, die Pokerabende für Jedermann anbieten oder auch diejenigen, die für Etablierung und Rechtssicherheit von Poker in ihrem Land kämpfen. Dies wären dann nämlich Personen, die tatsächlich etwas zum Pokerspiel beitragen und nicht einfach nur einen bekannten Namen haben, weil sie mit dem marktführenden Pokeranbieter in Verbindung stehen.