Die Regulierungen in dieser Hinsicht sind nach Expertenmeinung oft zu lasch und so kommt es, dass Jugendliche sich beim Online Glücksspiel ausprobieren. Ein gutes Beispiel sind Sportwetten, wo die Jugendlichen anfangs noch geringe Einsätze tätigen, den ersten Gewinn einfahren und die Einsätze immer weiter ansteigen. Mit den ansteigenden Einsätzen wachsen jedoch in vielen Fällen auch die Verluste und auf diesem Weg beginnt der Sog in die Spielsucht. Statistiken zu Folge sind auch immer mehr junge Frauen von der Spielsucht beim Online Glücksspiel betroffen.

Bei der Ambulanz für Spielsucht am Universitätsklinikum in Mainz wird deutlich, dass immer mehr Jugendliche hier um Hilfe bitten, unter ihnen seien auch vermehrt junge Mädchen, so der Leiter der Ambulanz, Klaus Wölfling. Den Jugendlichen werden die Grenzen nicht deutlich genug aufgezeigt, so die Expertenmeinung. Die Online Glücksspiele seien zu leicht erreichbar, auch für minderjährige Spieler und zudem sei die Chance auf große Gewinne, gerade bei jungen Menschen, sehr verlockend.

Die Anzahl der Jugendlichen, die dem Glücksspiel nachgehen, lag einer Studie zu Folge im Jahr 2013 bei 70 Prozent. Die Zahl wird heute jedoch weit höher eingeschätzt. Das Online Glücksspie sei laut Experten viel zu schwer zu kontrollieren und so gäbe es gerade für die Minderjährigen eben die Chance, dem Glücksspiel nachzugehen, ohne dabei erwischt zu werden.

Stimmungswechsel und Spieldruck

Gerade in ländlichen Gegenden sei das Spielen unter Jugendlichen sehr beliebt, so Wölfling. Hier würde die Spielsucht meist in den Spielhallen beginnen. Seiner Aussage nach seien es unterschiedliche Jugendliche aus allen Schichten, die bei ihm nach Hilfe suchen. Seinen Erfahrungen zu Folge leiden die minderjährigen Spieler unter enormem Spieldruck, sie hätten Angst zu versagen und sich vor ihren Klassenkameraden zu blamieren, demnach findet bei den betroffen Spielern häufig ein anhaltender Stimmungswechsel statt.

Der Jugendschutz sei gerade beim Online Glücksspiel nach Expertenmeinung viel zu lasch geregelt und viel zu schwer kontrollierbar. Daher wurden in der Vergangenheit verschiedene Hilfeinstitutionen in den unterschiedlichen Bundesländern aktiv und betrieben Aufklärung in Schulen und Sportvereinen. Der Reiz des Glücksspiels sei dennoch, gerade bei den Jugendlichen, vorhanden und ein angemessener Jugendschutz könne laut Expertenmeinung auf diesem Weg wohl kaum garantiert werden.