Doch auch für ihn ziehen dunkle Wolken am Zukunftshimmel auf. In Deutschland soll der neue Glücksspielstaatsvertrag eingeführt werden, dem insgesamt 15 Ministerpräsidenten zugestimmt haben. Die einzige Ausnahme hierbei war Schleswig-Holstein, wo das eigene, liberale Glücksspielgesetz verabschiedet wurde.

Nach dem derzeitigen E15-Entwurf werden die Spielhallenbetreiber strenge Auflagen vorgesetzt bekommen und Gauselmann erwartet, dass viele der kleineren Unternehmer an den zukünftigen Gesetzesänderungen Pleite gehen werden. Die Auflagen werden verschärft und es wird eng für viele Unternehmen und auch für deren Arbeitnehmer, so Gauselmann, der als Vorsitz des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie (VDAI) tätig ist.

Die Forderung aus Brüssel den Glücksspielmarkt in Deutschland zu liberalisieren, wurde in dem neuen Gesetzesentwurf nur teilweise umgesetzt. Nach der neusten Regulierung sollen 20 Lizenzen für private Sportwettenanbieter vergeben werden. Gleichzeitig sollen Online Poker und Online Casinos weiterhin verboten bleiben, obwohl der Schwarzmarkt im Bereich Online Glücksspiel in Deutschland der zweitgrößte der Welt ist.

Zudem sollen sich die Regelungen für die Spielhallenbetreiber verschärfen, die nicht unter das Staatsmonopol fallen. Die Regierung fordert kürzere öffnungszeiten, einen Mindestabstand zwischen den Lokalitäten und weniger Automaten pro Spielhalle. Laut Gauselmann ist dies nicht wie angegeben eine Maßnahme, um die Spielsucht zu bekämpfen, sondern seiner Meinung nach möchte die Regierung mit diesen Regelungen lediglich das Staatsmonopol auch in Zukunft sichern.

Für Gauselmann selbst und sein Unternehmen scheint es trotz allem vorerst positiv weiter zu gehen. Der Unternehmer konnte mit seinen Angeboten bisher sehr gute Erfolge erzielen und das Glücksspiel hat ihn in der Branche groß gemacht. Der Spielautomat Disc 100 ist laut eigenen Angaben einer seiner größten Erfolge und schlug schon kurz nach der Präsentation bei den Spielern ein wie eine Bombe. Der Spielautomat wurde 1984 herausgebracht und ist seitdem Marktführer der Branche.

Doch der Erfolg des einen, kann des anderen Leid sein. Genau so sehen es zumindest die Mitarbeiter des Fachverbandes Glücksspielsucht. Von den Spielautomaten gehe eine sehr große Gefahr aus, deshalb fordert der Verband das Verbot eben solcher Spielhallen bzw. die staatliche Kontrolle über diese Geschäfte.

Zumindest aber müssten laut des Fachverbandes Glücksspielsucht strengere Regelungen eingeführt werden, wie zum Beispiel Ausweiskontrollen in Spielhallen und zum Jugendschutz der Abbau der Spielautomaten in Bereichen, die für Jugendliche leicht zugänglich sind.

Gauselmann hegt in Hinblick auf die eigenen Spielhallen jedoch ganz andere Absichten, denn er plane ein wenig Las Vegas in seine Spielhallen zu holen und den Flair und die Atmosphäre des Glücksspielmekkas in Nevada auch auf die deutschen Spielhallen zu beziehen.

Da bereits nur 12 Spielautomaten pro Konzession in einer Spielhalle gestattet sind, hat auch Gauselmann auf die Mehrfachkonzessionen zurückgreifen müssen. Diese sollen jedoch in Zukunft verboten werden. Laut Gauselmann würde dies jedoch in die Berufs- bzw. Dienstleistungsfreiheit eingreifen.