Gegen dieses Vorhaben verstoßen nun jedoch die staatlichen Spielhallen Hamburgs, in denen das Rauchverbot vor kurzem aufgehoben wurde. Mit einer Werbekampagne von Seiten der Spielbank wurden sogar exklusiv die Raucher angesprochen, die durch das aufgehobene Rauchverbot zurück in die Glücksspieltempel gelockt werden sollen. Natürlich stößt insbesondere diese Kampagne bei den privaten Spielhallenbetreibern sauer auf, diese fühlen sich benachteiligt und kündigten nun an vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen.

Die Werbeanzeige der Spielbank wurde sowohl in den Hamburger Wochenblättern als auch auf Werbeplakaten gut sichtbar geschaltet. Vorrangig wurde die Aktion "Sommer-Jackpot" in Szene gesetzt, doch gut sichtbar darunter wurde erklärt, dass das Rauchen in den Filialen der Spielbank wieder gestattet ist. Hiermit wurden gezielt die Raucher angesprochen, die sich vorher bereits vielfach über das vorherrschende Rauchverbot in den Glücksspieletablissements beklagt hatten.

Von Seiten der Spielbank wurde die Werbung für die Raucher klar unterstrichen, denn das Rauchen sei für die Spieltempel ein wichtiges Thema und somit auch ein gutes Mittel zur Kundengewinnung. Von Seiten der Spielbank wurden spezielle Raucherräume eingerichtet und die Spielbank investierte in der Vergangenheit in Ablüftungssysteme, um so nicht gegen den Nichtraucherschutz zu verstoßen.

Rauchen fördert Spielsucht

Nicht nur bei den privaten Spielhallenbetreibern stößt die Raucherwerbung sauer auf, auch die Landesstelle für Suchtprävention kritisierte die Vorgehensweise der Spielbank. Das Rauchen habe eine beruhigende Wirkung auf Spieler. Durch die Erlaubnis des Rauchens in den Etablissements würde man den Kunden das Gefühl geben, an den Automaten die Kontrolle zu haben, da die Spieler durch das Rauchen eine gewisse Ruhe und Entspannung erfahren. Das Rauchen spiele erwiesenermaßen eine klare Rolle in Bezug auf die Entwicklung von Spielsucht, nicht umsonst sei das Verbot für die Spielhallen ausgesprochen worden, so die fachbereichsleiterin für Spielsucht Christiane Lieb.

Aufgrund der ungleichen Voraussetzungen für die staatliche Spielbank und die privaten Spielhallen planen die Grünen nun eine Anfrage an den Senat zu stellen, inwieweit dieser in die Sache involviert ist. Die Aufhebung des Rauchverbots stelle nicht nur eine größere Suchtgefahr beim Spielen für die Kunden dar, sondern würde den Wettbewerb zwischen staatlichen und privaten Betreibern weiterhin erschweren. Die Gesetzgebung rund um das Rauchverbot bezieht sich auf die privaten Spielhallen.

Nach der Gesetzgebung sind die Betreiber verpflichtet Trennwände zwischen den Automaten aufzustellen und das Rauchverbot generell durchzusetzen. In dem Gesetzestext wird jedoch nicht weiter auf die Spielbank eingegangen. Daher gilt die Standardgesetzgebung, nach der Spielbank als teilgastronomische Stätte gesehen wird und somit selbst über das Rauchen in den eigenen Räumlichkeiten entscheiden darf. Von Seiten der grünen wird diese Tatsache als Gesetzeslücke angesehen.