Während die eine Seite sich für die Liberalisierung des Glücksspielmarkts in Bezug auf Online Glücksspiel ausspricht, ist auf der anderen Seite die Rede von minimalinvasiven Eingriffen. Die Politiker scheinen machtlos, wenn es um neue Schritte im Bereich der Regulierung geht, der milliardenschwere Glücksspielmarkt ist für Juristen, Betreiber und Politiker ein Kampfplatz, wo mit harten Mitteln gegeneinander vorgegangen wird. An der aktuellen Situation rund um den Glücksspielmarkt ändert sich dadurch jedoch bisher noch nichts.

Regulierungsversuche sind gescheitert, die Grauzone im Bereich der privaten Sportwettenangebote weitet sich aus, Kontrollen sind kaum möglich. Dies beschreibt den aktuellen Stand, wenn von dem Glücksspielmarkt in Deutschland die Rede ist. Auf der anderen Seite kündigte die Branche selbst an, für den Staat ein Verbraucherschutzkonzept zu präsentieren, um auf diesem Weg Hilfestellung bei der Regulierung des Glücksspielmarkts zu bieten.

Das Konzept von Automatenspielfirmen, dem staatliche Lottoveranstalter Westlotto und privaten Spielbanken, die bereits seit Monaten hinter verschlossenen Türen zusammensitzen, um ein Konzept auszuarbeiten, sieht vor, dass ein Regulierungsentwurf entwickelt wird, der sowohl Glücksspiele vom klassischen Lotto bis hin zu Sportwetten im Internet beinhaltet, als auch an hohen Qualitäts- und Verbraucherschutzstandards ausgerichtet ist. Mit Hilfe von Wissenschaftlern und Suchthilfeexperten will der "Düsseldorfer Kreis ", so nennt sich die ungewöhnliche Zusammenkunft, ein staatliche überwachtes Glücksspielkonzept vorlegen, welches allen Beteiligten der Branche und auch dem Staat selber sowie den Spielern zu Gute kommen soll.

Branchenkonzept in der Kritik

Egal von wo ein Vorschlag für ein Konzept für den Glücksspielmarkt stammt, bisher sorgt es meist für negative Schlagzeilen und Diskussionen. Auch nun wird erneut scharf über das Gremium diskutiert. Ob die ausgewählten Suchtforscher tatsächlich unbeteiligt genug sind und ob entsprechende Wissenschaftler nicht doch ihr eigenes Glück verfolgen. Auch fühlen sich bereits Branchenriesen benachteiligt, wie beispielsweise Gauselmann, der nicht zu dem Gremium eingeladen wurde.

Hier soll ein eigenes Konzept erstellt werden. Ob die vorgestellten Konzepte am Ende tatsächlich den Staat beeindrucken können und ob die Politiker nicht bereits entschieden haben, lediglich mit minimalinvasiven Eingriffen zu punkten, dies steht aktuell noch in den Sternen.