Robert DeLeo, der Sprecher des Parlamentes von Massachusetts, stellte eine 172ig seitige Gesetzesvorlage zur Wahl, mit der diverse Lizenzansprüche für Glücksspiel geltend gemacht werden sollen. Mit einer Glücksspiellizenz mit einem Kostenfaktor von 100 Millionen Dollar für zwei Casinos in Massachusetts und 15 Millionen Dollar für vier Slotmaschinen soll zusätzliches Geld in die Kassen gespült werden.

Der Teil des Gesetzentwurfes, der aber für die Online-Poker-Spieler von Interesse sein dürfte, ist in Paragraph 36 zu finden. Dort heißt es, dass jede Person die eine Wette über ein Telekommunikationsgerät (Handy, Internet, Netzwerk, Telefon) abschließt, rechtlich belangt werden könne. Geldstrafen von bis zu 25.000 Dollar und Gefängnis von bis zu zwei Jahren drohen demjenigen, der diesem Gesetz zuwider handeln würde.

Gültigkeit hätte dieses Gesetz sowohl für alle Personen, die innerhalb vom Commonwealth von Massachusetts Glücksspiel anbieten, als auch für jene, die Wetten von Außerhalb annehmen. Die Polizei von Massachusetts hat bereits angekündigt, dass eine eigene Abteilung zur Kontrolle des Glücksspiels im Internet gegründet werden würde. Solche Vollzugsbeamten wären von diesem Gesetz ausgeschlossen, da sie eine Kontrollfunktion übernehmen.

Die Wahl solle laut DeLeo in den kommenden Wochen stattfinden, um über den Gesetzesentwurf zu entscheiden. Eine öffentliche Anhörung dazu lehnt er allerdings ab, da diese schon zur Genüge stattgefunden hätten. Sein Kommentar: "Alles ist sehr sorgfältig bedacht und angehört worden." Der Boston Globe spricht davon, dass die zusätzlichen Einnahmen durch das Wettspielgeschäft zugunsten von Bildung, Tourismus und dem "Rainy Day Fond" eingesetzt werden sollen. Weiterhin sollen durch den Gesetzesentwurf neue Arbeitsplätze entstehen.

Es hat sich allerdings auch schon eine Opposition gebildet, die sich gegen den vorgeschlagenen Gesetzesentwurf stellt. Unter den verschiedenen Gruppen findet sich auch der Gouverneur Deval Patrick, der das Interesse der Menschen am Internet Poker schützen möchte und eine öffentliche Stellungnahme abgab: "Ich weiß, dass viele von uns über diese Streitfragen schon vorher nachgedacht haben. Es ist eine außerordentlich wichtige Entscheidung für unser Commonwealth. Wir sollten die Interessen und Gefühle einer jeden Person berücksichtigen und offen darüber sprechen. Ich würde eine Anhörung erwarten, in der die Leute ihre freie Meinungsäußerung kundtun können."