Insgesamt soll die Bande aus Glücksspielbetrügern damit einen Betrag in Höhe von 66 Millionen Euro ergaunert haben. Die Anwälte des Angeklagten beantragten die Unterbrechung der Verhandlung, aufgrund von mangelnden Beweisen, doch dem wurde durch das Gericht nicht stattgegeben.

Die Staatsanwaltschaft gibt an, dass die Betrügerbande ein Callcenter betrieben haben soll, in dem den Opfern die Teilnahme an monatlich 200 Gewinnspielen mit lukrativen Gewinnmöglichkeiten vorgegaukelt wurde. Hierbei sollen sich die Callcenter-Mitarbeiter als Mitarbeiter für Gewinneintragungsdienste und Lottotippgemeinschaften ausgegeben haben.

Für die Opfer stellten die Gewinnchancen auf Traumreisen, Häusern oder Autos eine große Verlockung dar und auf diesem Weg konnten die Telefonverkäufer viele der Opfer von der Teilnahme an der vermeintlichen Lotterie überzeugen. Der Verkauf war erfolgreich, jedoch profitierten die Opfer nicht von der Teilnahme an der Aktion, denn die Opfer nahmen weder an den Gewinnspielen teil noch wurden Gewinne irgendeiner Art ausgeschüttet.

Jahrelange Ermittlungen brachten die Betrügerbande vor Gericht

Die Behörden hatten in diesem Fall bereits seit Jahren ermittelt. Die rund 50-köpfige Bande hatte eine gute Verschleierungstechnik, die für die Beamten schwer zu durchschauen war. Der Betrug sei zwischen den Jahren 2008 und 2012 durchgeführt worden und der Kopf der Bande sitzt aktuell in Untersuchungshaft. Nach zwei weiteren Hauptschuldigen fahndet die Polizei derzeit noch. Im Mai wird die Verhandlung voraussichtlich fortgesetzt.