Glücksspiel und Medien – passt das zusammen? Je nachdem von welcher Warte aus das betrachtet wird, passt dies natürlich zusammen. Glücksspielthemen sind häufig in den Medien zu finden – Lottogewinn, Casinojackpot geknackt, Spielsucht – dies sind Themen, die die Allgemeinheit interessieren.

Von einem anderen Standpunkt aus betrachtet passen die Medien und das Glücksspiel jedoch nicht zusammen und zwar wenn es um Zeitungseigentümer geht, die als Unternehmer in einer großen Glücksspielfirma einsteigen wollen. Genau das ist aktuell der Fall bei den Casinos Austria, denn hier haben die Familie Dichand und der Investor Michael Tojner das Vorhaben geäußert, bei dem österreichischen Glücksspielkonzern einzusteigen.

Warum dies absolut nicht zusammenpasst?

  • oftmals Missbrauch wenn Medien und große Konzerne in einer Hand sind
  • Unternehmerische Interessen als Wiederspruch zur Unabhängigkeit von Medien
  • Zeitungseigentümer sollten keine anderen Unternehmen haben
  • Gefahr einer unguten Verquickung
  • Glücksspielunternehmen gelten generell als besonders heikel

In Europa gab es bereits einige Beispiele, an denen zu erkennen war, dass die Medien mit dem Glücksspiel in unternehmerischer Hinsicht nicht zusammengehören. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Geschichte um Silvio Berlusconi. Dieser nutzte sein Medienimperium, um politische Macht zu erreichen, welche er wiederum für sein unternehmerisches Imperium einsetzt. Dies ist ein Beispielfall, bei dem eindeutig von Missbrauch geredet werden kann.

Unvereinbarkeit mit einem sauberen Rechtsstaat

Wenn man von einem sauberen Rechtsstaat spricht, dann passen Medien und Glücksspiel in unternehmerischer Sicht nicht zusammen. Auch wenn der Familie Dichand nicht verboten werden kann, in den Glücksspielkonzern zu investieren, so würde hier jedoch gleichzeitig vorausgesetzt werden, dass die medialen Aktivitäten von Seiten der Familie aufgegeben werden müssten. Ein kompletter Rückzug aus der Medienwelt wäre hier denkbar. Bei jeglicher anderer Herangehensweise könnte in diesem Zusammenhang nicht mehr von einem sauberen Rechtsstaat geredet werden.