In absehbarer Zeit wird vermutlich auch in Lichtenstein das Glücksspiel legalisiert. Die Regierung will sich in einer ihrer nächsten Sitzungen mit den Ergebnissen der Vernehmlassung zu dem neuen lichtensteiner Geldspielgesetz befassen. Im vergangenen Juni wurde der entsprechende Vernehmlassungsbericht veröffentlicht. Bis Ende September lief die Eingabefrist für Stellungnahmen. Die Rückmeldungen sind nach Recherchen großmehrheitlich positiv. Bedenken hätten lediglich die in Vaduz ansässigen Gastronomen geäußert.

Gemäß dem Vernehmlassungsbericht der Regierung ist das Lichtensteiner Recht im Bereich Glücksspiel um Geld nicht mehr zeitgemäss. Ausserdem kommt heute zu Tage hinzu, dass die Einwohner Lichtensteins innerhalb einer Fahrzeit von einer halben Stunde sechs ausländische Casinos erreichen könnten. Heute verfügen Bad Ragaz und Bregenz, Lindau, Konstanz, St. Gallen und Pfäffikon über Spielbanken. "Eine Angebotsdichte, die europaweit nur noch von London, Monaco und Prag übertroffen wird", schreibt die Regierung.

Das Spielbankenverbot soll demnach nun auch in Lichtenstein fallen. Vom neuen Gesetz soll jedoch bei weitem nich nur der Casino Bereich geregelt werden. Es soll sämtliche Geldpielformen von den Wetten über Tombolas sowie Glücksspiele im Internet bis hin zu Geschicklichkeitsspielen an Automaten, bei denen Bargeld als Gewinn winkt, regeln. Die Regieurng habe Gestütz auf internationaler Erfahrung, eine neue Ordnung mit Modellcharakter entwickelt, so heißt es im Vernehmlassungsbericht. Bewilligungsfrei bleibt weiterhin der Jass um Geld im privaten Kreis.

Mit dem Geldspielgesetz will die Regierung aufgrund rückläufiger Steuereinnahmen Nischen für Betriebsfelder öffnen, die bisher nicht möglich waren. Es wäre also durchaus möglich, dass sich aufgrund günstiger steuerlicher Bedingungen im Land online Casinos ansiedeln.

Die nötigen Konzessionen oder Bweiliigungen sind nur erhältlich wenn strenge Vorraussetzungen erfüllt werden, so sollen nur qualitativ hochwertige Anbieter angezogen werden. Pflicht sind ein einwandfreier Leumund eine einwandfreie Geschäftsführung und genügend Eigenmittel.

Eine Sonderabgabe soll zur Bekämpfung der Spielsucht und für gemeinnützige und wohltätige Zwecke eingeführt werden, zwischen 10 und 20 Prozent der Bruttoerträge soll diese Abgabe betragen.

Beretis im März sollen die Landtagsabgeordneten das Geldspielgesetz in erster Lesung behandeln. Eine abschließende zweite Lesung wäre noch vor der Sommerpause möglich.