Während in fast allen Ländern die Liberalisierung und die Weiterentwicklung ganz oben auf dem Plan stehen, sind Experten der Meinung, dass Deutschland mit dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag einen ganz klaren Rückschritt eingegangen ist.

Viele haben hierfür keinerlei Verständnis, vor allem deshalb nicht, weil in dem Bundesland Schleswig-Holstein von der vorherigen Regierung eine Art Vorzeigemodell für den Bereich Glücksspiel eingeführt wurde, in Form des Glücksspielgesetzes. Doch dieses soll nach den Plänen der neuen Regierung, bestehend aus SPD, Grünen und SSW wieder abgeschafft werden, da auch Schleswig-Holstein sich in Zukunft an den Glücksspieländerungsstaatsvertrag anschließen soll.

Von Seiten der European Gaming and Betting Association (EGBA) wurde bereits Beschwerde bei der EU Kommission eingereicht und gefordert, dass ein Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesregierung eingeleitet werden müsse. Die Organisation bestehend aus Wettanbietern kritisiert vor allem die umstrittene Ausschreibung, auf deren Grundlage die Lizenzvergabe in Deutschland erfolgen soll. Es erfolgte bereits viel Kritik, vor allem in Bezug auf die Anwaltskanzlei, die in juristischen Angelegenheiten einerseits den Lottoblock unterstützt nun jedoch gleichzeitig die Lizenzvergabe des Glücksspieländerungsstaatsvertrages transparent und für die Bewerber gleichberechtigt vornehmen soll.

Die Kritikpunkte am Glücksspieländerungsstaatsvertrag bezogen sich schon vor der Verabschiedung des Gesetzes auf die willkürlich zu vergebenden Lizenzen von 20 Stück und auf die Ungleichbehandlung zwischen Sportwettenanbietern und Online-Poker bzw. Online-Casino Anbietern. Da es keine Begründung dafür gab, warum Online Poker, Online Casinos und Online Sportwetten so ungleich behandelt wurden, wird nun erwartet, dass von Seiten Brüssels bald etwas passieren wird, vor allem da die EU-Kommission sich die Möglichkeit eines Vertragsverletzungsverfahrens vorbehalten hatte.

Währenddessen wird das schleswig-holsteinische Glücksspielgesetz immer noch als Vorzeigemodell gehandelt, auch wenn die Regierung in dem nordischen Bundesland die Abschaffung des Gesetzes plant. Schleswig-Holstein hatte sich bei dem eigenen Glücksspielgesetz an dem dänischen Modell orientiert und dieses eigenen Aussagen zufolge noch verbessert, sodass hierbei ein absolutes Vorzeigemodell entstanden ist, welches eigentlich für ganz Deutschland umgesetzt werden sollte.

Während auch andere Länder dem dänischen Beispiel Folgen und die Gesetze in Dänemark und Schleswig-Holstein befürworten, weigert sich die Bunderegierung sich weiterhin auf Modelle dieser Art einzulassen und hält an dem verabschiedeten Glücksspieländerungsstaatsvertrag fest, auch wenn dies bedeutet, dass ein vertragsverletzungsverfahren auf Deutschland zukommen wird.