Auch sorgt der Begutachtungsentwurf für das Abgabenänderungsgesetz 2014 in der Glücksspielbranche für Aufruhr. Neusten Meldungen zufolge plant das Finanzministerium in Zukunft drei Pokerlizenzen zu vergeben. Eigentlich wäre dies wohl ein Grund zur Freude, aber die Pokeranbieter befürchten, dass dieses Vorhaben gesetzlich noch nicht richtig abgesegnet sein kann, da erst im Sommer der Verfassungsgerichtshof die Regelungen zur Konzessionserteilung für verfassungswidrig erklärt hatte. Da es sich um das neuste Vorhaben um das gleiche Vorhaben handle, wie das, was im Sommer abgeschmettert wurde, glauben Pokeranbieter wie Peter Zanoni, der als Betreiber der Concord Card Casinos (CCC) bekannt ist, nicht daran, dass es diesem Mal umgesetzt werden könnte.

Das Angebot von Poker war bisher in Österreich gestattet und galt als freies Gewerbe. Zum Ende des Jahres 2012 waren die fristen der übergangszeit für das Pokerangebot ausgelaufen und so wurde das Angebot von Poker im Land illegal. Eigentlich sollten nach dem Finanzministerium Lizenzen nach dem Glücksspielgesetz für Pokeranbieter vergeben werden, doch dies wurde bisher nicht realisiert. Im Sommer des letzten Jahres gab der VfGH die Entscheidung bekannt, dass die noch bestehenden Poker-Gewerbeberechtigung bis Ende 2016 Gültigkeit behalten sollen. So sollten auch Anbieter, die keine Lizenz erhalten werden, die Gelegenheit bekommen, die veränderte Situation anzunehmen.

Die neuen Regelungen brachten weitere Veränderungen mit sich, die von den bestehenden Pokeranbietern nicht mit Freude begrüßt wurden. So kommt die Vorweisung von einem Stammkapital in Höhe von fünf Millionen Euro hinzu. Zanoni beispielsweise drückte nach dieser Ankündigung sein Unverständnis darüber aus, wieso ein so hohes Stammkapital für den Betrieb eines Pokersalons vorhanden sein müsste.

Zanoni selbst macht zwar gleichzeitig deutlich, dass dieses Stammkapital vorhanden sei, aber weiterhin gibt er an, dass er noch gar nicht sicher sei, ob er sich tatsächlich für eine Lizenz bewerben wird, da er vorab erst einmal genau über die tatsächliche, neue Gesetzgebung Bescheid wissen wollen würde und dazu müsste diese erst einmal wasserfest sein. Gleichzeitig müssten die Regelungen erst einmal deutlich werden, weil jetzt gäbe es laut Zanoni noch einige offene Fragen, wie zum Beispiel ob eine Lizenz für einen Standort ausgegeben wird, oder ob mit einer Lizenz gleich mehrere Salons betrieben werden könnten.