Es wurde festgestellt, dass hierbei nicht nur die nationalen Richtlinien berücksichtigt werden müssen, sondern vielmehr auch die europarechtlichen Vorgaben zählen. In diesen Vorgaben ist beispielsweise festgehalten, dass eine entsprechende Transparenz des Verfahrens gegeben sein sollte und dass das Konzessionsverfahren mit nicht-diskriminierenden Vergabemethoden durchgeführt werden soll.

Die Konzessionsvergabe in den unterschiedlichen Ländern wirft immer wieder Fragen auf, Gerade in Bezug darauf, ob den alt eingesessenen Konzessionsnehmern die Vorteile gegenüber den neuen Lizenznehmern einfach gelassen werden dürfen, weil dies würde ja vor allem die neuen Anbieter in ihrer Wettbewerbs- und Dienstleistungsfreiheit einschränken. Fragen zu dieser Thematik kamen erst kürzlich von den Buchmachern Stanley International Betting Ltd und Stanleybet Malta Ltd, die gegen die Ausschreibung von Wettkonzessionen klagten. Durch die Klage wendete sich der italienische Staatsrat an den EuGH, um hier die Konzessionsbedingungen und deren Ausgestaltung genauer in Erfahrung zu bringen.

Neben dem EuGH beschäftigt sich das Pendant dazu, der EFTA-Gerichtshof, sehr genau mit eben Fragestellungen dieser Art. Zum Beispiel gab es einen nicht sehr lange zurückliegenden Fall in Liechtenstein, bei dem es um die Vergabe der einzigen Sportwettenkonzession ging. Hier wurden dem EFTA-Gerichtshof nähere Fragen gestellt zu der Thematik Anforderungen des Europarechts an das Vergabeverfahren und in Bezug auf die Dienstleistungsfreiheit. Die Fragen zielten direkt auf die Thematik der Neuausschreibung ab, denn es war nicht sicher, ob durch die Verletzung europarechtlichen Vorgaben nun eine Neuausschreibung eingeleitet werden müsste.