Während zum Beispiel Frankreich den eigenen Glücksspielmarkt bereits vor zwei Jahren regulierte, entschied sich Dänemark vor genau einem Jahr für die Regulierung. Avi Fichtner ist als Betreiber von automatenspiel.org Experte im Bereich Glücksspiel und hat seine ganz eigene Meinung zum Thema Regulierung der Glücksspielmärkte in Europa.

Wenn die Rede von einer vernünftigen Regelung ist, dann wurde in der Vergangenheit vermehrt über den dänischen Glücksspielmarkt gesprochen. Dieser wurde vor einem Jahr reguliert. Um eine Lizenz zu erhalten müssen die Betreiber sich einverstanden erklären 4 Prozent ihres Gewinns an den Staat abzugeben. Mit dieser Regelung hat sich im Land die Anzahl der Glücksspielanbieter fast verdoppelt, was auch Avi Fichtner schließen lässt, dass es sich bei dem dänischen Modell um eine effektive und durchaus vorbildliche Form der Regulierung in Europa handelt.

Während auch Fichter das dänische Modell als sehr positiv beschreibt und dem Modell eine Qualifikation als grenzübergreifendes Glücksspielmodell ansieht, so spricht er dennoch davon, dass andere Länder noch weit davon entfernt sind, sich an ein gutes Modell für ganz Europa anzuschließen. Als Beispiel wird hier von Seiten des Webseitenbetreibers Frankreich aufgeführt. Vor zwei Jahren wurde hier die Regulierung des Glücksspielmarktes eingeleitet, doch heute gibt es lediglich noch einen Anbieter mit einer französischen Glücksspiellizenz. Fichter beschreibt das französische Modell als gescheitert.

Das Scheitern schreibt Fichtner der französischen Regierung zu. Seiner Ansicht nach war diese in erster Linie auf einen hohen Gewinn aus, so erzählt er es in einem Interview. Aufgrund dessen wurden besonders hohe Gebühren von den Betreibern verlangt, die eine Lizenz erhalten wollten. Einige Anbieter zeigten dennoch Interesse, doch zogen diese sich genauso schnell wieder vom französischen Markt zurück. Während es vor Ort noch einen legalen Anbieter gibt, sind die anderen Betreiber auf den Schwarzmarkt ausgewichen und bieten ihre Dienstleistungen in Frankreich illegal an.

ähnlich wie in Frankreich prophezeit Fichtner auch für Deutschland eine ähnliche Zukunft. Innerhalb Deutschlands herrscht Uneinigkeit und bisher gibt es viele Gesetzeslücken, die es in Europa lizensierten Anbietern möglich machen, ihre Dienstleistungen vor Ort zu präsentieren.

Mit der Lösung der 15 Bundesländer scheint Fichtner auch nicht zufrieden, weil er der Meinung ist, dass in diesem Fall nicht für den Glücksspielmarkt entschieden wurde, sondern lediglich Geld im Zentrum der Verantwortlichen stand. Wenn dies tatsächlich der Fall ist, dann müssten die Beteiligten sich nur das Beispiel Frankreichs vor Augen führen, um zu sehen, dass eine solche Art und Weise völlig ineffektiv für das eigene Land werden könnte.