Bisher leisten staaltiche Lottogesellschaften in vielen Bereichen finanzielle Beihilfe, wenn es zum Beispiel um die Unterstützung junger Sporttalente auf dem Weg zur Olympiade geht, wenn es um die Erhaltung von Kulturdenkmälern geht oder das Unterstützen von Jugendorchestern. Ob diese finanzielle Beihilfe wohl noch lange geleistet werden kann, ist fraglich, denn 2005 standen 5 Mrd Euro Steuern und Zweckerträge zur Verfügung, diese Jahr sind es lediglich 3,5 Mrd. Euro. Grund dafür ist der seit 2008 geltende Glücksspielstaatsvertrag, denn nun müssen die Bundesländer ihre großzügigen Förderungen zusammenstreichen.

Selbst wenn die Umsätze 2010 und 2011 konstant beiben, summieren sich die Umsatzverluste auf 13,8 Mrd. Euro, bis der Staatsvertrag Ende 2011 wieder regulär außer Kraft tritt.

In die ohnehin leeren Landeskassen würden dann insgesamt etwa 6,2 Mrd Euro weniger Steuern und Zweckabgaben fließen. Und hierbei ist der Rückgang von Gewinnen der Lotteriegesellschaften und Spielbanken nicht einmal berücksichtigt. Der Deutsche Lottoverband fordert daher ein sofortiges Umdenken. Norman Faber, Präsident des Lottoverbandes, meint: „Je länger die Misere andauert, desto schwieriger wird es, den Abwärtstrend zu stoppen, geschweige denn umzukehren.“

Um die Spielsucht zu bekämpfen, schreibt der Glücksspielstaatsvertrag, der juristisch und politisch umstritten ist, erhebliche Werberestriktionen, ein Internetverbot und Vertriebsbeschränkungen vor. Obwohl Suchtexperten die Suchtgefahr bei klassischem Lotto 6 und 49 und der Klassenlotterien als absolut gering einschätzen, hat der Glücksspielstaatsvertrag gerade darauf negative Auswirkungen. Auf das suchtgefährlichere Automatenspiel wandern andererseits Milliardenumsätze die von 2005 bis 2008 von 5,5 auf 8,1 Mrd. Euro stiegen.

„Das zeigt deutlich, dass die erklärten Ziele des Staatsvertrags, die Suchtprävention sowie die Kanalisierung des Spieltriebs, völlig absurd geführt werden.“, so Faber. Der Lottoverband fordert somit umgehend eine Lockerung der Werbe – und Vertriebsbeschränkungen für harmlose Lotterien.

Die dramatische Prognose einer Ende 2008 veröffentlichten MKW- Wirtschaftsstudie die von rund 5 Millionen Euro Einnahmeverluste ausgeht, wird mit der anhaltenden rasanten Talfahrt der Glücksspielumsätze übertroffen.

Durch den Glücksspielstaatsvertrags sind Klassenlotterien, Spielbanken, tausende Lotto-Annahmestellen und gewerbliche Spielvermittler als Vertriebspartner der Lottogesellschaften in ihrer Existenz bedroht und zusätzliche sind tausende Arbeitsplätze in akuter Gefahr.