Die Teilnahmen an Glücksspielen fallen nicht, noch steigen die. Diese These wurde durch Interviews der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) gefestigt. Etwa die Hälfte der Interviewten gab an, im Zeitraum eines Jahres sich an einigen Glückspielen wie Lotterien, Sportwetten sowie Casino- und Automatenspielen beteiligt zu haben. Diese Resultate wurden Ende Januar dieses Jahres publik gemacht.

Die meisten Spieler, die ab und zu oder regelmäßig bei Glückspielen ihr Glück versuchen, spielen trotz der recht niedrigen Gewinnquote das herkömmliche Zahlenlotto 6 aus 49. Keno, das später eingeführt wurde, hatte nicht annähernd denselben Erfolg. Beim Zahlenlotto konnte ein Ansteigen der teilnehmenden Spieler beobachtet werden. Grund hierfür sind die hohen Gewinnsummen, die sogar Leute anziehen, die von Lotto nicht viel halten.

Junge Männer, die in regelmäßigen Zeitabständen dem Automatenspiel frönen, sind mehr geworden. Ihre Anzahl hat sich laut der durchgeführten Studie von 6 auf 15 Prozent erhöht. Doch ist nicht ersichtlich, ob dieser Verlauf mit den vermehrt entstehenden Spielhallen mit Automaten, die Gegenstand heftiger Kontroversen war, zusammenhängt. In der bayrischen Hauptstadt München ergreifen Politiker Maßnahmen, das unkontrollierte Entstehen der Spielhallen auf gesetzlicher Ebene einzudämmen.

Auch in der Bundeshauptstadt fordert man, dass Spielhallen dieselben Verpflichtungen und Abgabenregelungen wie für staatliche Casinos bekommen. In Problemvierteln sollen die Spielhallen gänzlich abgeschafft werden, da diese die dort herrschende prekäre Lage noch weiter verschlimmern. Das Verhalten in Bezug auf das Glückspiel macht der BZgA große Sorgen, denn ungefähr 1 Prozent der deutschen Bevölkerung ist bereits spielsüchtig oder steht kurz davor, es zu werden.

Besonders betroffen sind die jungen Männer, die glauben einen Einfluss und Kontrolle über das Spiel und die Gewinnchancen zu besitzen. Doch man wird sich dieser Bedrohungen immer mehr bewusst, 61 Prozent der Interviewten sagten, dass sie sich genügend Informationen diesbezüglich beschafft hätten und wüssten, wo im Notfall Hilfe zu suchen sei. Auch die BZgA stellt im Netz und auch telefonisch Hilfe für Süchtige, Hilfsangebote für Gefährdete an, sie macht außerdem eine breit gefächerte Vorsorgearbeit.

Die Themen Spielerschutz und Vorbeugung von Sucht ist in der Bundesrepublik häufig Anlass zu kontroverse Debatten. Diese haben auch zum Inhalt ob der Glücksspielvertrag überhaupt notwendig sei. In Deutschland sind Onlinespiele komplett untersagt, dazu gehört auch die Abgabe des Spielscheins im Netz. Casinos erlangen über die Abgabeeinnahmen das Geld, das der Staat für die Finanzierung wohltätiger Projekte benötigt. Für die Automatenspielhallen existieren solche Verpflichtungen nicht und der Spielerschutz spielt im Gegensatz zu Casinos die hier aufmerksamer sind, was Süchtige betrifft und diese sperrt, eine geringe Rolle.

Man kann sich darüber nicht einig werden, ob Glücksspielvertrag seine ihm zugedachte Rolle der Suchtvorbeugung und -bekämpfung überhaupt gerecht werden kann. Das Onlinespiel-Verbot geriet besonders ins Kreuzfeuer der Kritik, da die Kontrahenten meinen, dass es der Ausbreitung von illegalen und unseriösen Offerte neue Munition gebe. Es nimmt den Casinos die Chance, ihre Einnahmen durch hauseigene und sichere Offerten zu erhöhen.