Das Unternehmen "Bwin.Party" ist ein gutes Beispiel dafür, welche Konsequenzen die Entschlüsse der Legislative für die Aktien der Betreiber von Glücksspiel haben.

Das fusionierte Unternehmen musste Anfang dieses Jahres eine Schrumpfung des Aktienwertes hinnehmen, als die deutschen Länder ihren Gesetzesentwurf in Sachen Glücksspiel öffentlich machten. Dieser verhieß keine frohe Botschaft, im Gegenteil, es fand so gut wie keine Liberalisierung des Marktes statt.

Als Folge gab es weniger Gewinne für das Unternehmen und infolgedessen waren auch die Aktien weniger wert. Das individuelle Glücksspielgesetz, des Nordlichts Schleswig-Holstein, das erst vor Kurzem verabschiedet wurde bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, seine Dienstleistungen bereitzustellen und somit auch Gewinne zu machen.

Diese Tatsache ließ den Wert der Unternehmensaktie wieder hochklettern. Das Bundesland setzte im Alleingang eine Liberalisierung des Glücksspielmarktes durch, wobei besonders die Regierungskoalition aus FDP und CDU zu nennen ist, die sich in der Landeshauptstadt einer nicht kleinen Opposition gegenüber sah.

Im kommenden März finden Wahlen statt und sie hat bereits verlauten lassen, sollte es zu einem Machtwechsel kommen, will sie dieses Gesetz wieder abschaffen. Man hofft im Bundesland, dass ein solcher nicht vor diesem Zeitpunkt stattfinden wird, denn dann soll die Zulassungsvergabe beginnen.

Im Norden gelang es nicht, mit den restlichen 15 Bundesländern eine übereinkunft zu erzielen, denn die von der SPD geführten Länder lehnten eine echte öffnung des Glücksspielmarktes vehement ab.

Dafür bringt man die Argumente der Spielsucht und des Spielerschutzes vor, dies ist aber in einem unkontrollierten Raum noch weniger zu bewerkstelligen. Es steht aber fest, dass die Spieler sich nicht vom Spiel fernhalten lassen, und solange es nicht gestattet wird, nutzt man andere Angebote und es entstehen illegale Angebote.

Die Vorlage der anderen Bundesländer konnte die Europäische Union nicht überzeugen und so hofft man, dass sie dem Beispiel Schleswig-Holsteins folgen werden.