Die Schwierigkeiten mit dem Glücksspielstaatsvertrag treten immer deutlicher zutage. Es gibt Debatten darüber, ob das Staatslotto überhaupt Reklame im netz betreiben darf und ob die Sportwetten weiterhin einem Monopol unterliegen sollen. Tatsache ist, dass die Spieler hierzulande ziemlich entnervt von den zahlreichen Einschränkungen durch den Vertrag sind.

Die Vorschriften sind zu verworren, dabei kann jeder ganz einfach sei Glück im Netz finden. Die Konsequenz ist, dass die Spieler auf ausländische Plätze ausweichen und dem Staat so Gewinne in Milliardenhöhe durch die Lappen gehen. Die Regelungen bei den Sportwetten sind besonders verworren. Hierzulande ist es gestattet bei privaten Anbietern Pferdewette zu setzen, aber der Wetteinsatz auf Fußballspiele ist dagegen untersagt. Dem Vorstand des deutschen Buchmacherverbandes ist dieser Wirrwarr ein Dorn im Auge.

Er beurteilt es als Willkür, dass das Spielen in Casinos oder an Automaten gestattet, aber im Netz verboten sei. Das Schlimmste ist jedoch, dass laut Experten die Gefahr der Sucht zu verfallen, bei Automaten am stärksten sei. Diese nicht nachvollziehbaren Entschlüsse treiben die Spieler ins Ausland. Viele Wettanbieter haben ihren Sitz in Malta, Gibraltar oder Macao, sie ziehen Nutzen aus der dortigen Besteuerungen und können auf diese Art bessere Gewinnquoten anbieten als der staatliche Wettmonopolist Oddset.

Infolgedessen ging der Gewinn von Oddset von 540 Millionen im Jahr 2008 und auf 180 Millionen im darauf folgenden Jahr zurück. Der Glücksspielvertrag existiert seit zwei Jahren und gilt bis 2012. er wurde eingeführt, um die Suchtvorbeugung zu verbessern und das Staatmonopol zu stärken. Zudem untersagt er Reklame für Glücksspiele und den Vertrieb mit Hilfe des Internets. Ende nächsten Jahres wird erneut über den Vertrag abgestimmt werden, dieser wird nur beibehalten wenn 13 der 16 Bundesländer ihr Einverständnis gegeben haben, doch momentan ist diese Möglichkeit in weiter Ferne.

Ein Landtagsabgeordneter der CDU stellte bereits klar, dass Schleswig-Holstein dieser Verlängerung nicht zustimmen werde. Die Konsequenzen für den deutschen Glücksspielmarkt können nicht mehr beschönigt werden. Spieler und private Anbieter gehen ins Ausland und befinden sich somit in einem rechtsgrauen Raum. Die Verlängerung dieses Vertrages kann nur stattfinden, wenn er geändert wird. Wenn er so bleibt, wie er ist dann hat dies massive Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft.

Der Senior Consultant von Gold Media, Dr. Schmid meinte hierzu, dass die geplante Neuordnung des Vertrages die Möglichkeit gebe, unbeabsichtigte Effekte zu überprüfen. Weiter sagt er, dass dies besonders für die Kontrolle der bisher untersagten Angebote in Netz gelte. Der Glücksspielmarkt sei ohne Onlinevertrieb nicht modern und zudem lassen die aktuellen Regelungen zu, dass neben dem kontrollierten und legalen Markt der unregulierter Markt weiter anwachse.

Dieser Bereich werde besonders von Privatanbietern zum Großteil mit Lizenzen außerhalb Deutschlands betrieben und stelle ein Viertel (rund 1,5 Milliarden Euro) der Bruttospielerträge. Der Schwarzmarkt im Bereich Sportwetten komme auf 200 Millionen mehr. Es sei möglich, diese Anteile wieder ins Inland zu holen.

Der Glücksspielvertrag muss in Bezug auf Online Angebote und das Staatsmonopol sorgfältig überarbeitet werden, um den Markt nicht länger vom Ausland beherrschen zu lassen und die von der Wirtschaft dringend benötigten Gewinne wieder ins Inland zu schaffen.