Mit einer überragenden Mehrheit befürworteten die Aktionäre von Bwin, das 1997 gegründet wurde und seit 11 Jahren an der Börse zu finden ist, einen Zusammenschluss mit dem britischen Unternehmen PartyGaming.

Fast genau 100 Prozent des Kapitals mit Erlaubnis zur Abstimmung segneten die Fusion in Wien ab. Auch bei dem Unternehmen PartyGaming waren fast alle für die Fusion, so dass nun der größte Konzern im Bereich Online Glücksspiel weltweit geboren wird, der an der Börse zu finden ist.

Der Unternehmensname lautet "bwin.party digital entertainment" und die Zentrale befindet sich auf Gibraltar. Die Wiener Börse sagt man damit Auf Wiedersehen. Ende März verlässt das österreichische Unternehmen den Handel und am 1.4. dieses Jahres wird das neue Unternehmen an der Londoner Börse zu finden sein.

Hier finden sich vor allem Firmen des Mittelstandes und Unternehmen. Die Fusion der beiden Riesen ist die bislang größte ihrer Art in der Online Glücksspiel Industrie. Vorsitz hat hier der ehemalige Co-Vorstand von Bwin, den er sich mit dem Chef von PartyGaming teilen wird.

Der Vorstand von Bwin wird seinen Platz im Aufsichtsrat einnehmen. Als größtes Ziel des neuen Unternehmens gilt der Markt in den USA. Wenn dieser liberalisiert wird, dann möchte es ganz vorn mitspielen und auch andere liberalisierte Märkte will man mitbeherrschen.

Die einzelnen Unternehmensmarken sollen nach der Fusion erst einmal beibehalten werden. Ein Zusammenschluss separater Sektoren wird wahrscheinlich durchgeführt werden. Infolge einer Zusammenlegung der Kundendateien im Bereich Online Poker würde das neu entstandene Unternehmen die Ersten auf dem globalen Markt PokerStars und Full Tilt einholen.

Die Leute, die für Bwin in Wien tätig sind, kommen dabei nicht gut weg. Von den rund 850 Arbeitstellen sind etwa 600 im IT-Sektor angesiedelt. Ob diese Stellen noch tragbar sind, ist noch unklar. Den IT-Bereich des neuen Unternehmens möchte man Fachleuten aus Indien anvertrauen.

Im ersten dreiviertel Jahr 2010 erreichten PartyGaming und Bwin gemeinsam Gewinne aus dem Nettospiel, sprich Erträge abzüglich Gewinnzahlungen und Abgaben, in Höhe von etwa 565 Millionen. Die exakten Zahlen für das letzte Jahr wurden noch nicht öffentlich gemacht.