Nach Angaben des Geschäftsmannes entgehen den Schweizer Spielbanken durch die illegalen Glücksspielgeschäfte Gelder in Höhe von rund 200 Millionen Franken. Auf die Frage hin, ob die Casinos überhaupt durch die illegalen Wettgeschäfte beeinflusst werden, antwortete Brose mit einem eindeutigen Ja, denn nicht nur den Spielbanken selber, sondern auch den Empfängern der Spielbankenabgaben, würden seiner Ansicht nach, Gelder in Höhe von rund 200 Millionen Franken entgehen. Auch die Lottogesellschaften würden durch die illegalen Glücksspielgeschäfte einen hohen Verlust erleiden, auch wenn dieser nicht in Zahlen benannt werden könne.

Der Boom der illegalen Glücksspielangebote führte in den vergangenen Jahren dazu, dass die Geschäfte der Casinos rückläufig waren. Die Rückgänge in den Besucherzahlen und auch bei den Einnahmen seien in den Spielbanken deutlich zu spüren gewesen, so der Casinochef. In den einzelnen Casinos haben die Betreiber schwer mit diesen Rückgängen zu kämpfen, in dem Casino Baden allein habe man mit einem jährlichen Verlust in Höhe von etwa 20 Millionen Franken zu kämpfen, so Brose.

Besonders schwierig sei es für die Spielbanken deshalb, weil diese sich an die gesetzlichen Regelungen halten würden. Dies jedoch trofft für die illegalen Anbieter nicht zu, denn hier werden die Regelungen in vielen Fällen nicht berücksichtigt und nach Brose sei genau das der Grund dafür, warum viele Spieler die illegalen Etablissements den Spielbanken vorziehen. Währen in den Spielbanken das Rauchen verboten ist und strenge Einlasskontrollen durchgeführt werden, ist dies in den illegalen Etablissements nicht der Fall. So habe fast jeder Spieler Zugang zum Glücksspiel.

Den Behörden zu Folge sei es schwierig die illegalen Angebote zu bekämpfen. Ein Grund hierfür sei der wenige gesetzliche Spielraum, der den Behörden zur Verfügung stehe, um etwas gegen die illegalen Wettanbieter auszurichten. Nach Angaben von Brose würde das illegale Glücksspielangebot mehr und mehr in die organisierte Kriminalität rutschen. Meist seien die tatsächlichen Drahtzieher nicht zu belangen, da diese Strohmänner vorschieben würden. Zudem seien die Strafen für das illegale Angebot sehr gering. Kleine Geldsummen würden für die illegalen Wettangebote verhängt werden, nichts jedoch, was den Betreibern eben solcher Lokalitäten tatsächlich wehtun würde.

Nach dem neuen Glücksspielgesetz soll es den Casinos in Zukunft möglich sein, auch ein Online Glücksspielangebot zu präsentieren. Dies ist für die Casinos mit einem anfänglichen hohen Aufwand verbunden. Auch das Casino Baden spiele laut Brose mit dem Gedanken, die Möglichkeit zu nutzen, das eigene Angebot in Zukunft auch online zu präsentieren. Mit der Legalisierung des Online Glücksspiels in der Schweiz soll verhindert werden, dass weiterhin viele Gelder ins Ausland abfließen, wo die illegalen Glücksspielanbieter oftmals ihren Firmensitz betreiben.