Der Automatenhersteller Novomatic aus Niederösterreich erwartet für dieses Jahr einen Gewinn von mehr als 2,5 Milliarden Euro und wird möglicherweise den Rekord von 2008 brechen, so der Generaldirektor des Unternehmens.

Im vergangenen Jahr sank der Gewinn der Konzerngruppe, die sich aus mehreren Tochterunternehmen zusammensetzt, wegen der Rezession auf rund 2,3 Milliarden Euro.

Das kommende Jahr wird für den Konzern eine interessante Angelegenheit, da dann in Österreich die Zulassungen für die Casinos bekannt gemacht werden und die Unterhaltung der Automaten in ganz Österreich eine kohärente Kontrolle erfährt. Das Unternehmen werde die größte Neuerung im Glücksspiel seit vielen Jahren auf dem österreichischen Markt darstellen, so der Generaldirektor.

In den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres wird man 15 Zulassungen für Spielbanken und eine für ein Poker Casino bekannt machen und zum Ende des Jahres 2011 rechnet man mit der Vergabe der Zulassungen. Novomatic geht davon aus, gute Karten zu haben und möchte so viele Zulassungen wie nur möglich ergattern.

Das Interesse des Unternehmens liege in Spielbanken, die in Ballungszentren angesiedelt sind, denn Spielbanken in der Einöde seien nun Geschichte, so der Geschäftsführer, der noch nichts Genaues verlauten ließ und meinte, dass dies noch ungelegte Eier seien. Die Poker Konzession mit nur einem Standort sei wirtschaftlich nicht rentabel.

Es fänden sich Zeichen aus der Politik, dass die Bekanntmachung der Zulassung für die Lotterie gewünscht sei. Wenn Novomatic diese erhalten sollte, dann hat es Investitionen in Höhe von 100 Millionen Euro und 1.000 Angestellte mehr in Österreich. Was die Glücksspielautomaten angeht, rechnet der Generaldirektor mit einem klaren Konsolidierungsvorgang.

Momentan fänden sich 200 Bewilligungsinhaber und nochmals so viele ohne Bewilligung. Nach dem Herbst des folgenden Jahres würden sich lediglich noch 3 Konzessionen im Hinblick auf die Unterhaltung von Automaten je Bundesland finden. Das Unternehmen, das auch Spielbanken und Wettcafes unterhält, möchte im Bereich der Automaten einen Marktanteil von etwa 66 Prozent innehaben.

Das Betreiben von Glücksspielautomaten ist auch nach wie vor in Salzburg, Tirol und dem Vorarlberg nicht gestattet. Das Unternehmen entrichte etwa 50 Millionen Euro jährlich Landessteuern um die Glücksspielautomaten unterhalten zu können.

In Osteuropa fanden in den vergangenen zwei Jahren immense Konsolidierungen statt, nur der Rückzug vom russischen Markt, war 43 Millionen Euro teuer. In Russland ist das Glücksspiel gänzlich untersagt. Die CEE- Märkte seien aber nach wie vor von Interesse und man habe nicht vor, sich hier zurückzuziehen, so der Generaldirektor.

Die zivilrechtliche Klage des Automatenherstellers gegen einen Parlamentsabgeordneten der Grünen aufgrund von übler Nachrede ist noch nicht geklärt. Dieser hatte gesagt, dass Novomatic den Ex-Finanzminister Österreichs bestochen habe, um Einfluss auf das Glücksspielgesetz auszuüben.

Man werde diese Klage mit Sicherheit gewinnen, davon ist der Generaldirektor fest überzeugt. In den kommenden ein, zwei Jahren erwartet man bei Novomatic eine Neuerung dieses Gesetzes, so kann das Glücksspiel im Internet geregelt werden.