Dieses Mal allerdings positiv. Mit dem Jahreswechsel wurde das Glücksspielgesetz in Schleswig-Holstein gültig und die Lizenzen wurden ausgeschrieben. Die Medien berichten nun, dass ein enormer Andrang auf die Lizenzen herrscht und dies darauf hindeutet, dass das Bundesland die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Viele Informationen rund um das Thema Glücksspielgesetz, Lizenzen und Bewerbungen gab es auf dem Norderstedter Kongress, der für Wettanbieter, Manager und Anwälte besonders interessant war und viele Interessierte angelockt hatte. Insgesamt besuchten rund 200 Vertreter von Wettanbietern den Kongress und diese reisten aus ganz Europa an.

Bei dem Kongress wurden das erste Mal auch nähere Details besprochen. Nicht nur Details für die Anbieter zum Bewerbungsprozess, sondern darüber hinaus auch rechtliche Grundlagen, technische Umsetzung und Wissenswertes zu den Themen Werbung, Datenschutz und Regelungen in Bezug auf die Steuern. Die interessierten wurden umfassend informiert und es gab auch noch Zeit und Raum für Fragen und Diskussionen, die während der Vorträge entstanden sind.

In Schleswig Holstein sollen schon in diesem Jahr die ersten Lizenzen vergeben werden. Um als Anbieter für die Lizenzen in Frage zu kommen, wird von dem Bundesland allerdings eine hohe Transparenz vorausgesetzt. Auch wenn Schleswig-Holstein ein sehr liberales Gesetz eingeführt hat, müssen trotzdem Regelungen erfolgen und auch die Kontrolle muss gewährleistet werden. Aus diesem Grund gibt es einige Kriterien, die die Anbieter erfüllen müssen, um für eine Lizenz in Frage zu kommen. Sowohl die finanzielle Situation der Unternehmen, als auch die Bücher und die Lebensläufe und Werdegänge der Angestellten müssen offen dargelegt werden.

Doch auch während der Legalisierung des Online Glücksspiels lassen die verantwortlichen in Schleswig Holstein vor allem eins nicht aus den Augen: den Spielerschutz. In Schleswig-Holstein haben die Verantwortlichen eingesehen, dass es nicht sinnvoll ist, Glücksspiel zu verbieten, da dadurch der Schwarzmarkt nur weiter wächst und die verantwortlichen keine Kontrolle über den Markt haben, daher auch den Spielerschutz nicht gewährleisten können. Als einziges Bundesland versucht Schleswig-Holstein es über die Legalisierung, mit der sie erreichen wollen, dass die verantwortlichen einen regulierten Markt erschaffen, über den sie die Kontrolle haben und darüber den Spieler- und Jugendschutz sicher stellen können.

Darüber hinaus fließen durch die neuen Lizenzen zusätzliche Gelder für das Bundesland in die Staatskassen. Für die Sicherheit der Kunden müssen die Anbieter Mittel und Wege zum Schutz der Spieler vorlegen, wie zum Beispiel Sperren oder ähnliches. Die Server, über welche die Geldtransfers der Kunden stattfinden, müssen in Schleswig-Holstein stehen, damit die Regierung hierüber die Kontrolle hat.

Nachdem nun die wichtigsten Informationen bekannt gegeben wurden und nähere Erläuterungen zu den Anbietern vorgedrungen sein sollten, darf man gespannt sein, wie viele Bewerbungen, zusätzlich zu den bisher 80, noch in Schleswig-Holstein eintrudeln werden. Vergeben werden sollen die ersten Lizenzen schon im März 2012. Die Glücksspielbranche sieht diesem Termin mit Aufregung und Spannung entgegen.