Ein neues Vorhaben bezüglich des Lottospiels macht Hessen alles andere als Freude. Die Süddeutsche Zeitung hat berichtet, dass der von den Ländern ins Leben gerufene Fachbeirat Glücksspielsucht das Innenministerium von Hessen vor das Verwaltungsgericht in Wiesbaden gezerrt hat.

Der Fachbeirat erachtet die geplante Möglichkeit, Lottoscheine mit Hilfe des neuen E-Postbriefs der Deutschen Post zu ordern und zu versenden, als suchtgefährdend und nicht erlaubt. Dieser laufe dem Internetverbot im Glücksspielvertrag zuwider. Zudem hat es Hessen verpasst, die Expertenmeinungen des Fachbeirats einzuholen.

Die sieben Fachleute betrachten das hessische Vorhaben als sehr heikel, da es die Spielsucht noch fördere. Der E-Brief erlaube es einem Spielsuchtgefährdenden nur noch einmal seine vertraute und ungefährliche Umgebung hinter sich zu lassen, um sich in einer Filiale der Post zu registrieren, so steht es in der Klage. Danach sitzt er in regelmäßigen Abständen zuhause am PC und kann tippen.

So begünstige man eine einfache Flucht aus der Wirklichkeit, denn es bestehe kein zwingender Kontakt mehr zu Mitspielern und Lottoangestellten und so sinken auch die die Hemmschwellen. Der Juraprofessor aus Hannover Haltern, spricht von einem offensichtlichen Gesetzesbruch. Auch manche anderen Bundesländer sind über die alleinige Entscheidung in Wiesbaden erstaunt. Der Chef von Hessen Lotto hat sich über die eingereichte Klage sehr gewundert.

Er halte es für absolut unmöglich, dass durch das Angebot, eine höhere Suchtgefahr gegeben sei, denn das Tippen via E-Brief sei zwischen 23 Uhr und 6 Uhr ohnehin nicht möglich. Der Maximaleinsatz betrage in der Woche 250 Euro. Hier handelt es nur um eine minimale änderung am bislang normalen Versenden von Tippscheinen auf Papier. Die Post hat vor, ihren E-Brief in Kürze vorzustellen, danach soll das hessische Vorhaben soll dann sofort starten.