Die Definition des Glücksspiels besagt, dass eine Zufallsabhängigkeit vorhanden sein muss und es für die Spieler Aussicht auf einen Gewinn gibt. Das Glücksspiel selbst ist nicht überall verboten, darf jedoch nur von Casinos angeboten werden, die über eine entsprechende Konzession verfügen.

Das Pokerlokal der beiden Brüder wurde bereits im Jahr 2009 eröffnet. Erst war es von Seiten der beiden Brüder geplant, sich an die Vorgaben der Eidgenössischen Spielbankenkommission zu halten. Durch die Veränderung der Rechtslage entschieden die Brüder jedoch im Jahr 2010 einen Schlussstrich unter den Betrieb zu ziehen. Zum Abschied sollte ein letztes, öffentliches Pokerturnier abgehalten werden. Bislang hatten die Brüder das Glücksspiel ohne Aussicht auf Gewinn angeboten, stellten aber während des Betriebs fest, dass sich diese Handhabung nicht lohnen würde, da nicht genug Gäste als Interessenten vor Ort waren. Durch das letzte, veranstaltete Turnier machten die Brüder die Behörden aufmerksam, die der Veranstaltung an diesem Abend ein jähes Ende setzten.

Das Lokal wurde an dem Tag des Turniers von einem Sondereinsatzkommando gestürmt. Neben den zwei Veranstaltern befanden sich zudem noch 39 Gäste in dem Lokal. Die Geld- und Sachpreise, die verlost werden sollten, wurden von Seiten der Polizisten beschlagnahmt. Auf der Webseite hatten die Brüder vorab das Buy-In in Höhe von 20 Franken festgelegt. Bei dem Turnier wurden Sachpreise wie T-Shirts, Badetücher und ein iPod Shuffle angepriesen. Damit gaben die Brüder an, dass sie sich an die Gesetze hießen, da es ja nahezu nichts zu gewinnen gab, so hieß es in einem Interview nach der Razzia.

Von Seiten der Eidgenössischen Spielbankenkommission wurde jedoch ein anderer Blick auf die Dinge publiziert. Neben dem Einsatz des Buy-Ins, welches auch in diesem Fall gerne als Stuhlgeld bezeichnet wird, gab es Sachpreise zu gewinnen. Die Gewinnaussicht war gegeben, auch wenn kein Geldgewinn angepriesen wurde. Zudem würde beim Pokern die Glücksspieldefinition zutreffen, auch wenn ein Stück weit Können gefragt ist, so kommt es doch gleichzeitig auf das Glück und den Zufall beim Spielen an. Das Urteil in diesem Fall wird in den nächsten Tagen gefällt.