Die Anbieter von Sportwetten haben ihren Firmensitz meist in Steuerparadiesen wie Malta und Gibraltar, hier muss kaum ein Steuerbetrag entrichtet werden. Einige dieser Anbieter jedoch nehmen die Steuerpflicht in Deutschland ernst und zahlen die sogenannte Sportwettensteuer. Hierbei nutzen die Anbieter größtenteils die Möglichkeit, diese Steuer in Höhe von fünf Prozent des Einsatzes auf die Kunden abzuwälzen. Die Kunden merken das kaum und die Anbieter haben keine zusätzlichen abgaben, ein Top-Deal wie es aussieht, oder?

In den vergangenen Jahren haben sich die Einnahmen für den Staat nahezu verdreifacht. Allein im vergangenen Jahr haben die Länder die Summe in Höhe von mehr als 240 Millionen Euro aus der Sportwettensteuer eingenommen. Die Besteuerung kann unabhängig von gesetzlichen Regelungen festgelegt werden, daher sind die Einnahmen gültig, auch unabhängig davon, dass das Angebot und das Nutzen von Sportwetten eigentlich verboten sind. Die Regulierung des Sportwettenmarktes liegt unterdessen offensichtlich weiterhin auf Eis.

Eigentlich sollten Sportwetten bereits legal sein

Dass Sportwetten aktuell noch illegal sind, ist in Deutschland eine Tatsache. Eigentlich sollten diese jedoch bereits seit Jahren reguliert sein. Mit der Verabschiedung des Glücksspieländerungsstaatsvertrages sollten 20 Lizenzen für private Sportwettenanbieter ausgegeben werden. Dies ist jedoch nie passiert und die Gesetzgebung wurde als gescheitert erklärt.

Nun ist es geplant, eine neue und wirkungsvolle Regulierung einzuführen. Doch hier gehen die Meinungen auseinander. Während einige lediglich kleine Änderungen vornehmen wollen, damit die Gesetzgebung EU-Rechtskonform ist, wollen andere eine komplett liberale Regulierung einführen. Was es letztendlich wird ist nicht bekannt, doch Sportwettenfans dürfen auf jeden Fall gespannt sein.