Viele Gastronome nutzen die Gelegenheit und stellen Spielautomaten auf, um Geldwäsche oder Steuerhinterziehung zu betreiben.

Für die organisierte Kriminalität bietet Deutschland gute Voraussetzungen, um über das Glücksspiel an Geld zu gelangen. Weder die Polizei, noch die Staatsanwälte und Richter haben in manchen Bereichen die Möglichkeit das illegale Glücksspiel zu stoppen, da zu große Rechtslücken bestehen.

Als Beispiel für die Machtlosigkeit in dieser Hinsicht gibt die Kriminalhauptkommissarin Meike Lukat im Gesundheitsausschuss des Bundestages an, dass in 2011 in Düsseldorf keine Verfahren gegen illegales Glücksspiel eingeleitet wurden und auch bestehende Verfahren ins Nichts liefen und die Angeklagten freigesprochen wurden.

Düsseldorf ist in Bezug hierauf nur ein Beispiel, denn auch in anderen Städten sieht es in Bezug auf das illegale Glücksspiel ähnlich aus. Als Begründung für diese Machtlosigkeit wird das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) von 2010 gesehen. Nach diesem wurde das staatliche Glücksspielmonopol in Deutschland aufgehoben und die Liberalisierung von Seiten des EuGH gefordert.

Bis jetzt befindet man sich in Deutschland jedoch in einer Art Grauzone, da in Bezug auf die Regulierung und die Liberalisierung noch keine bindenden Entscheidungen getroffen wurden und die Diskussionen rund um den ausstehenden Glücksspielstaatsvertrag weiterhin anhalten. Derzeit sind die Länder für die Bereiche Sportwetten und Lotterien zuständig, während die Automatenspiele in den Zuständigkeitsbereich des Bundes fallen.

Der Glücksspielstaatsvertrag soll bereits im Juli verabschiedet werden, doch viele Experten der Branche glauben nicht an eine Einigung bis zu diesem Zeitpunkt. Schleswig-Holstein bleibt weiterhin bei dem Alleingang und dem damit verbundenen eigenen Glücksspielgesetz, welches das Glücksspiel komplett legalisiert hat in dem nordischen Bundesland.

Neben der Uneinigkeit zwischen den Ländern und den Ministerpräsidenten glauben viele Experten der Branche nicht, dass der derzeitige Gesetzesentwurf für den änderungsvertrag bei dem Europäischen Gerichtshof auf Gefallen stoßen wird.

Nachdem bereits der erste Entwurf von Seiten der EU-Kommission abgelehnt wurde und diese die Ministerpräsidenten auf die nötigen Änderungen hingewiesen hatte, ist es umso verwunderlicher, dass der aktuelle Entwurf sich kaum von dem vorherigen unterscheidet und fast nichts verändert wurde.

Nicht nur die EU-Kommission zweifelt an dem Gesetzesentwurf, sondern auch private Anbieter der Glücksspielbranche und Experten aus dem Bereich Glücksspiel sehen, dass die Liberalisierung in dem Entwurf nicht ausreichend umgesetzt wurde und am Ende wahrscheinlich nicht vor dem EuGH durchkommen wird.