Fehlende Besucher und schrumpfende Gewinnen machen den deutschen Casinos im Moment schwer zu schaffen. Hier stehen besonders die strikten Vorgaben und die hohen Steuern, welche die Casinos zu entrichten haben im Kreuzfeuer der Kritik.

Auch das Online Glücksspiel das untersagt ist, ist ein weiterer Punkt. Die Casinos in der Bundesrepublik drohen unter die die Räder zu kommen. Die Besucher bleiben weg, die Gewinn gehen massiv nach unten und vielen Bundesländern gehen dadurch jedes Jahr Umsätze in Millionenhöhe durch die Lappen.

In den Casinos praktiziert man Glücksspiel, welches staatlich zugelassen ist und aus dem die Bundesländer und Gemeinden ihren Nutzen ziehen. Dafür müssen sie sich strengen Kriterien beugen, die im Glücksspielvertrag festgesetzt wurden. Dieser ist den Kritikern zufolge schuld an dieser Situation.

Neben den zu hohen Kriterien werden auch die Steuern oft bemängelt, welche die Casinos an die Bundesländer zu zahlen haben. Die Höhe der Steuern passe oft nicht zur ökonomischen Realität, so Herr Hein, ein Vorstandsmitglied der Europan Casino Asssociation.

Die Ausgaben der Spielbanken kommen oft nicht als Einnahmen wieder herein. Zwar kann man einen Abschied vom gängigen System kaum erreichen, doch für die Spielbanken sei eine übliche Besteuerung für Unternehmen, wie es auch im Ausland praktiziert werde, optimal.

Das Ziel müsse eine kleine Steuer für Spielbanken in Bezug auf die Einnahmen und eine kohärente Abgabenregelung sein, so Herrn Hein. Er war bis zum Ende des letzten Jahres der Sprecher der DeSIA (Deutsche Spielbanken Interessen- und Arbeitsgemeinschaft).

Einschränkungen was die Werbung angeht und die Untersagung des virtuellen Spiel, sowie die Nutzung des Gesetzes gegen Geldwäsche hätten laut Hein schlechte Konsequenzen für Erträge und Besucherzahlen der Spielbanken. In ganz Deutschland sank in den letzten Jahren die Zahl der Spielbankgäste.

Im Casino Bad Homburg rechnet man im Gegensatz zum Vorjahr mit einer Schrumpfung der Einnahmen um ein Fünftel, so ein Sprecher. In der Automatenbranche seien die Einnahmen seit Gültigwerdung des Glücksspielvertrags zu Beginn des Jahres 2008 um bis die Hälfte gesunken.

Viele Gäste sind bewiesenermaßen auf Automatenhallen ausgewichen, hier sind sie nicht verpflichtet, sich auszuweisen. Eine der Aufgaben des Vertrags ist es, der Spielsucht beizukommen. Neben den begrenzten Möglichkeiten zur Werbung und dem Untersagen von Online Glücksspiel findet man Kontrollen beim Zutritt.

Damit sollen Minderjährige und Gäste ausgemacht werden, die aufgrund von Spielsucht oder großer Schuldung unter eine Sperre fallen. In Spielhallen sind solche Maßnahmen nicht gegeben.

Der Geschäftsführer der Ostsee-Spielbanken sagt, dass der Gast, der in seinem Casino vorsorglich gesperrt sein, ohne Hindernis in der nächsten Automatenhalle verschwinden und dort im Netz weiterspielen könne. Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern schließt die Spielbank in Waren an der Müritz ihre Pforten, denn die Erträge und die Besucher waren seit 3 Jahren um die Hälfte zurückgegangen.

Der Geschäftsführer der Spielbanken Mecklenburg prophezeit, dass von gesetzlicher Seite bald etwas geschehen müsse, damit nicht noch andere Spielbanken unter die Räder kommen. Doch auch das Untersagen des Online Spiels ist ein Dorn im Auge der Casino-Anbieter.

Man habe ein komplettes Online Casino im ärmel gehabt, das dann nicht auf den Markt kommen durfte, so bemängelte es eine Sprecherin der Spielbanken Niedersachsen. Hier sank der Bruttospielertrag im letzten Jahr auf 64 Millionen Euro, vor neun Jahren war er fast doppelt so hoch.

Im Bundesland Bayern gibt es neben der Konkurrenz aus dem World Wide Web noch die aus den benachbarten Bundesländern. Es könnte auch am Rauchverbot liegen, dass die Erträge und die Besucher in den Casinos abfallen. Die Spielbankbesitzer in beispielsweise Brandenburg, Bayern und Thüringen machten dazu passende Aussagen.

Die meisten der Gäste, die Raucher sind, wechseln in die Casinos der Nachbarstaaten Österreich und Tschechien, wo der blaue Dunst willkommen ist, so eine Sprecherin der bayerischen Lotterieverwaltung. Um ihren Anreiz anzuheben, arbeiten die Casinos in Bayern seit etlichen Jahren an der Erweiterung ihres Entertainmentprogramms.

Namhafte Kabarettisten, besondere Dinnershows, Konzerte sowie Lesungen sind dazu gedacht, dass wieder mehr Gäste kommen und so soll der Bruttospielertrag steigen. Die Krise hat für die Bundesländer starke Gewinnverluste zur Folge.

Im Bundesland Rheinland-Pfalz gingen die Steuern und Zulassungen 2008 von ehemals 60 Millionen um knapp die Hälfte zurück, im folgenden Jahr sank dieser Betrag noch einmal knapp um die Hälfte, so ein Sprecher des Mainzer Finanzministeriums. Die Steuern in Mecklenburg-Vorpommern sanken von 3,5 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 2 Millionen im vergangenen Jahr.

Das Finanzministerium in der hessischen Hauptstadt bekräftigt eine Schrumpfung der Erträge der Spielbanken in seinem Bundesland um 15 bis 20 Prozent. Experten aus dem ansässigen Innenministerium machen momentan bei einer deutschlandweiten Kontrolle des Glücksspielvertrags mit.

Hessen befürworte strengere Regelungen in Bezug auf Spielautomatenhallen, so ein Sprecher. Ein Resultat dieser Beratungen wird laut den Betreibern der Spielhallen frühestens im Frühjahr des folgenden Jahres zu erwarten sein.