Die Monopolinhaber in Österreich müssen zittern, denn vor Kurzem endete die Bewerbungsfrist für die Zulassung im Bereich Lotto.

Für das Unternehmen "österreichische Lotterien" steht die Existenz auf dem Spiel. Dort sagt man, dass wenn man diese Zulassung nicht zugeteilt bekommt, dem Unternehmen das Aus droht, denn man sei dann auf dem Markt überflüssig.

Die Geschäftsführer der "österreichischen Lotterien", welche zum Konzern Casinos Austria zählen, malen den Fortbestand des Unternehmens in schwarzen Farben, wenn es mit der begehrten Zulassung nichts wird.

Sie müssen aber wirklich Angst haben, da der Europäische Gerichtshof 2010 die Monopolstellung in Österreich für nicht rechtens befand. Die Zulassung gilt 15 Jahre lang und Lotterieunternehmen europaweit hatten die Gelegenheit, bis zum ersten Augusttag beim Finanzministerium des Landes ihre Bewerbung einzureichen.

Wer in den Genuss der Lizenz kommt, hat gut Lachen. Die Gesamtheit des Lottospiels, wozu auch Rubbellose und Brieflose gehören, ist mehr als 2,5 Milliarden Euro schwer und wird nur zu 100 Prozent vergeben. Hierzu gehört auch die alleinige Zulassung im Bereich des Online Glücksspiels, dies stellt 40 Prozent der Lotterieerträge.

Zur Anzahl der Bewerber möchte das Ministerium keinen Kommentar abgeben. Man ließ dort verlauten, dass die Bewerbungen in einen unzugänglichen Bereich gebracht werden und man sich diese mithilfe einer Ausschreibungssende mit Aufsicht näher anschauen will.

Die Zahl der Kandidaten soll in Kürze bekanntgegeben werden. Man vermutete, dass auch Lottogesellschaften aus Italien, Großbritannien, Frankreich und Griechenland an dieser Zulassung Interesse bekundeten, wobei die ersten beiden Länder in die engere Wahl kamen.

Ende September 2011 steht dann fest, wer der Glückliche sein wird. Auch Novomatic ein Produzent von Automaten aus Niederösterreich, der auf ganzen Welt Casinos führt, wurde als Kandidat vermutet. Diese Mutmaßung wurde erst vor Kurzem vom Geschäftsführer des Unternehmens entkräftet.

Er sagte, dass das Hauptgeschäft nicht auf den Lotterien liegt, aber dies war ihm sicherlich auch schon früher bekannt. Fragen nach anderen Ursachen, warum man es sich bei Novomatic anders überlegt hat und Mutmaßungen, dass man sich doch noch umentscheidet, wurden dementiert.

Man weiß auch nichts von Vorhaben, dass Geschäftsgebiete mit der Konkurrenz und dem Lotteriemonopolist Casinos Austria abgesprochen werden sollen. Die Lotterien sind guter Dinge, was ihren Einfluss angeht. Man ist gut vorbereitet und sieht dem Zuteilungsprozess positiv entgegen.

Die "österreichischen Lotterien" haben den Vorzug, dass sie dem Staat 400 Millionen Euro an Abgaben einbringen, und das jedes Jahr. Dies entspricht einem Steuersatz von über einer Million täglich.

Die Angestellten des Unternehmens würden dann auch ihre Arbeitsplätze verlieren, wenn man keinen Einfluss auf die Zulassung hat. Ein Grund mehr für einen positiven Bescheid in dieser Sache dürften auch die mehr als 6.000 Vertriebsstellen im Land sein, von denen rund zwei Drittel Annahmestellen für Lotto sind.

Diese würden der Glücksspielbranche jährlich gesamt 100 Millionen einbringen.