Kritisiert wurde das Vergabeverfahren von Anfang an. Nun entschied das Gericht in Kassel, dass das Verfahren zum einen fehlerhaft sei und zum anderen intransparent. Auch wurde die Verfassungskonformität angezweifelt. Nun sei es an der Zeit, dass die Politik den Weg für eine verfassungs- und europarechtskonforme Glücksspielregulierung bereitet.

Der Sonderweg von Schleswig-Holstein stellt sich nun mehr und mehr als der bessere heraus, denn unter der damaligen Regierung von CDU und FDP wurde ein liberales Glücksspielgesetz vor Ort auf den Weg gebracht, wonach sich unter der neuen Regierung das Bundesland dann doch noch dem Glücksspielstaatsvertrag anschloss. Das liberale Glücksspielgesetz blieb jedoch bestehen und nicht nur das Bundesland profitiert von den Staatseinnahmen, sondern auch die Anbieter, die ihr Online Glücksspielangebot vor Ort legal präsentieren können. Nun sollte wohl darüber nachgedacht werden, den Glücksspielstaatsvertrag an dieses liberale Glücksspielgesetz anzupassen.

Geldgier gegen Spielerschutz

Dem Konzept, welches hinter dem Glücksspielstaatsvertrag steht, wird die Geldgier der staatlichen Anbieter zugeschrieben. Dabei wurde die Gesetzgebung von Seiten des Staates immer unter dem Deckmantel des Spielerschutzes angepriesen. Nun ist klar, dass auf diesem Weg kein Spielerschutz gewährleistet werden kann. Das illegale Online Glücksspielangebot ist verlockend und das es ansonsten kaum andere Angebote gibt, ist dies auch nachvollziehbar. Es scheint nun tatsächlich an der Zeit zu sein, die Gesetzeslage so anzupassen, dass Spielerschutz und Verbraucherschutz im Allgemeinen tatsächlich im Vordergrund stehen.