Die Fahnder in Russland dürfen sich über ein schönes Präsent zum neuen Jahr freuen, denn in Polen wurden die vermeintlichen grauen Eminenzen der Casino-Sache in der russischen Hauptstadt festgenommen.

Diese Affäre beleuchte die Verbindungen zwischen der Unterwelt und den ämtern. Der einstige stellvertretende Chef der Generalstaatsanwaltschaft im Gebiet von Moskau ist wohl zum letzten Mal in den Ski-Urlaub gefahren, denn er wurde von Angestellten des Inlandsgeheimdienstes ABW in Polen verhaftet und dies beim Abendessen mit seinen Angehörigen.

Der 52 Jahre alte Mann war mit einem unechten Pass aus Litauen nach Polen gekommen und hat sich, ohne sich zu wehren, verhaften lassen. In der Hauptstadt Polens fällt binnen drei Wochen der Entschluss, ob er nach Russland ausgeliefert wird, denn hier sucht man schon lange nach ihm. Er stellt den Protagonist in einem Eklat dar, bei dem die Verbindungen der Unterwelt und der ämter im großen Land Russland aufzeigt werden.

Vor fünf Jahren untersagte der aktuelle Präsident das Glücksspiel im Land, dazu gehören vier Zonen im Land nicht, eine ist in Kaliningrad, die andere am Schwarzen Meer, die Dritte im Altai und die Vierte am Pazifik. Alle Vier laufen nicht richtig, aber das unrechtmäßige Glücksspiel läuft überall gut. Im Umkreis von Moskau deckte man eine ganze Menge unrechtmäßiger Casinos und Spielhallen auf und der Leiter des Netzes wurde vom "Ermittlungskomitee" festgesetzt, diese ist eine recht autarke Einrichtung unter der Generalstaatsanwaltschaft, die immerzu Kompetenzkämpfe austragen.

Damit ist es auch zu begründen, dass danach delikate Information in Bezug auf den Anteil hoch positionierter Staatsanwälte daran öffentlich wurden. Nach diesen Informationen waren rund ein Dutzend der Juristen an dieser Sache beteiligt, Einige von ihnen haben inzwischen keine Arbeit mehr. Der Generalstaatsanwalt konnte mittels einer Verzögerungsstrategie von seinen Amtkollegen bei der Erstellung eines entsprechenden Befehls das Land verlassen.

Davor stellte er sich vor das Geschäft und profitierte finanziell davon. Er hatte bei seiner Festnahmen über tausend Automaten in 15 Spielstätten in seiner Hand und diese erwirtschafteten Gewinne zwischen fünf und zehn Millionen amerikanische Dollar. Der Mann sagt, dass die Gewinne aber kleiner waren, welche Summe es genau war, gab er nicht an. 80 Prozent des Rohertrags flossen als Bestechungen an Angestellte der Staatsanwaltschaft und der Miliz.

Sein Stellvertreter erhielt von 2009 bis 2011 für den Beistand des unrechtmäßigen Glücksspiels Bestechungsgelder, die finanzieller oder Eigentumsnatur gewesen sein können, aber darunter können auch kostspielige Geschenke und die Finanzierung von Aufenthalten außerhalb Russlands sein. Ein Sprecher des Ermittlungskomitees sagte, dass dieser Betrag bei rund eineinhalb Millionen liegt.

Diese Fakten sind das Einzige, was die Fahnder vielleicht beweisen können, denn der Betrag kann noch viel größer sein. Grund: Nicht nur der Anwalt, sondern auch weitere Betreiber von Glücksspiel sollen Schutzgelder entrichtet haben. Der Stellvertreter feierte ein rauschendes Fest zu seinem 50. und zeigte so die Tragweite der Bestechung.

Die Feier wurde im kostspieligen Messezentrum in der russischen Hauptstadt mit ein paar hundert Eingeladenen und namhaften Popsängern des Landes abgehalten. Es gab erlesene Speisen und eine Menge Alkohol und auch vier Kilo schwarzen Kaviar. Er nannte ein großes Haus mit einem Grundstück sein Eigen, dass sich in einer noblen Wohngegend in Moskau befand, sowie eine Wohnung in der Stadt, eine kostspielige Uhr, eine Mercedes und andere teuere Dinge, die mit seinem Lohn nicht zu bekommen sind.

Aber es kann gut sein, dass er nur eine Figur in einem noch größeren Feld ist. Es finden sich auch Aussagen, welche auch den Vizegeneralstaatsanwalt des Landes und den Sprössling des Generalstaatsanwalts anschuldigen. Letzterer arbeitet seit einigen Jahren in der Regierung und wird als enger Vertrauter von Putin und dem amtierenden Präsidenten des Landes angesehen.

Daher verwundert es auch nicht, dass dieser diese Sache im letzten Frühjahr als Verschlussfall bewertete.