Glücksspiel ist für viele Menschen eine Freizeitbeschäftigung, eine Ablenkung oder schlichtweg ein spaßiges Vergnügen. Für andere Spieler hingegen liegt im Glücksspiel Hoffnung auf einen großen Gewinn, um sich damit die eigenen Träume zu erfüllen. Spaß und Spielsucht liegen oft ganz nah beieinander, was dazu führt, dass viele Menschen Glücksspiele als gefährlich einstufen. Generell stellt sich die Frage, wie die Kirche beziehungsweise das Christentum das Glücksspiel sieht. Ist Glücksspiel eine Sünde?

Generell gibt es von Seiten der katholischen Kirche kein Verbot des Glücksspiels. Demnach wird das Glücksspiel von Seiten der Kirche auch nicht als verwerflich, kriminell oder zwielichtig eingestuft. In Maßen sei es demnach in Ordnung bei einem Kartenspiel, bei einer Lotterie, an einem Spielautomaten oder beim Roulette um Geld zu zocken.

Allerdings ist sich die Kirche durchaus auch den Gefahren des Glücksspiels bewusst. Daher gilt als Grundsatz, dass Glücksspiel nur dann in Ordnung sei, wenn dieses dem Spieler nicht das nimmt, was er zum Leben braucht. Glücksspiel ist also dann okay, wenn Spieler zum Vergnügen zocken, nicht aber, wenn sie ihr letztes Geld in einen Spielautomaten werfen und auf einen großen Gewinn hoffen.

Glücksspiel ist demnach erlaubt, wenn:

  • das Spiel dem Vergnügen des Spielers dient
  • der Spieler sein Leben oder Lebensunterhalt nicht gefährdet
  • verantwortungsvoll damit umgegangen wird
  • damit keine kriminellen Machenschaften unterstützt werden
  • die Einnahmen für einen guten Zweck genutzt werden

Die Kirche selbst bietet Lotterien oder Tombolas an, die auch unter das Glücksspiel fallen. Hierbei werden die Einnahmen aus diesen Glücksspielen jedoch nicht in die eigene Tasche gewirtschaftet, sondern zur Finanzierung sozialer Projekte genutzt. Beispiele hierfür sind die Unterstützung der Jugendarbeit oder die Renovierung der Kirche. Auch hat die Kirche in der Vergangenheit bewiesen, dass es wichtig ist die Suchtprävention zu unterstützen. Daher haben die katholische und die evangelische Kirche in der Vergangenheit oftmals Aktionstage genutzt, um auf die Spielsucht und deren Gefahren aufmerksam zu machen.

Für Christen sind Glücksspiele erlaubt

Dies macht deutlich, dass die Kirche sich nicht generell gegen Glücksspiele ausgesprochen hat. Bedingung hierbei ist, dass die Glücksspiele nicht moralisch verwerflich oder lebensbedrohend sein dürfen. Hier ist es an den Spielern selber, dies richtig einschätzen zu können und sich nicht zu illegalen Glücksspielangeboten verleiten zu lassen. So lange das Glücksspiel in geregelten Bahnen verläuft und die Spieler dieses zum reinen Vergnügen betreiben, dann hat auch die Kirche nichts dagegen, wenn Spieler ihr Glück beim Kartenspielen, an Spielautomaten, beim Lotto, bei Sportwetten oder am Roulettetisch auf die Probe stellen.