Zur Vorgeschichte muss gesagt werden, dass Schleswig-Holstein bei der Verabschiedung des Glücksspieländerungsstaatvertrags einen Sonderweg einschlug und Konzessionen an private Sportwetten austeilte. Mit dem Regierungswechsel jedoch schloss sich das Bundesland der bundeseinheitlichen gesetzlichen Regelung an, die nun Landesweit gescheitert ist. Nachdem die FDP nun erneut forderte einen Sonderweg einzuschlagen, wurde von Seiten von SPD, Grünen und SSW dies abgelehnt. Einig ist man sich allerdings in Bezug auf eine Sache: der Glücksspielstaatsvertrag muss bundeseinheitlich überarbeitet werden.

Von Seiten der FDP wird, wie bereits vor einigen Jahren deutlich gemacht, was man von der Regulierung durch den Glücksspielstaatsvertrag halte. Hierbei halten vor allem FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki und Hans-Jörn Arp (CDU) mit der eigenen Meinung nicht hinterm Berg, die sich aus folgenden Angaben zusammensetzt:

– der aktuelle Glücksspielvertrag sei Ausdruck des "obsessiven, rein fiskalisch motivierten Kampfes der Länder gegen private Spielanbieter"

– Spielsuchtbekämpfung sei nur ein Vorwand

– private Glücksspielanbieter würden diskriminiert werden

– es gehe lediglich um die Einnahmequellen des Staates

– 85 Prozent des gesamten Glücksspiels finde heute auf dem illegalen Markt statt

– das geltende Monopol auf Sportwetten sei in dieser Form nicht mit der europäischen Dienstleistungsfreiheit vereinbar

– es gehe den Ländern nur "ums Ausschalten unerwünschter Konkurrenz"

Sich dem Glücksspielstaatsvertrag zu entziehen sei ein Irrweg

Die anderen Parteien halten bei den entsprechenden Vorwürfen deutlich dagegen. Auch wenn von SPD und Grünen durchaus zugegeben wird, dass in der Vergangenheit in Bezug auf die Gesetzgebung nicht alles richtig gemacht wurde, so scheint man hier dennoch überzeugt, dass eine bundesweite Regulierung die einzige Möglichkeit sei, das illegale Glücksspiel einzudämmen und sowohl private als auch staatliche Glücksspielanbieter zufrieden zu stellen. Gleichermaßen sei es an dieser Stelle besonders wichtig, den Spieler- und Verbraucherschutz landesweit zu regeln und damit zu gewährleisten.