Die Summe der Spieler ist astronomisch hoch, ebenso wie die Gewinne. Nun herrscht ein Wettbewerb mit harten Bandagen auf dem Markt im Bereich Glückspiel, das nur Sieger oder Unterlegene kennt. Nun geht es um die Glücksspielautomaten, die Spielbanken und den sogenannten Totalisator.

Die Branche der Automaten, welche über neuartige Automaten verfügt, geht als glänzender Sieger im Markt rund um das Glücksspiel hervor. Das Aufwärtsgehen in den letzten Jahren ist auch der im Jahr 2006 neu entstandenen Spieleverordnung zu verdanken. Ob es die Legislative nun beabsichtigt hat oder nicht, seit diesem Zeitpunkt sind die Automaten immer mehr im Kommen. Seit sieben Jahren kletterten sie rund um 50.000 auf 235.000 und der Euro ist auch gut dabei.

Das Casino der Nähe wird von der Spielhalle oder der Lieblingskneipe gestellt. Der "VDAI", der "Verband der deutschen Automatenindustrie" berichtete für vor zwei Jahren einen kompletten Gewinn für jeden Bereich der Branche in Höhe von mehr als 5 Milliarden Euro. Nur was die Spielautomaten mit Bargeld angeht, setzte man 4 Milliarden um. Hiermit geht es aber um den Inhalt der Kasse, welche eingezahlte Summen umfasst, von denen die gezahlten Beträge abgezogen werden.

Beläuft sich die Zahlungsquote auf 75 Prozent, dann lag der reelle Umsatz bei etwa 16 Milliarden Euro, was ein Vielfaches von dem ist, was die Glücksspielangebote von Lotto und Toto einbringen. Der Bericht des Verbandes bringt noch mehr faszinierende Zahlen zum Vorschein, denn hier spricht man von 8.000 Orten für Spielstätten, auch "liebevoll" als "Spielhöllen" bezeichnet, die rund über 160.000 Geräte für Geldspiel und 70.000 Automaten, die in die Gaststätten aufgestellt sind, verfügen.

Die Summe der Nutzer, welche diese Form des Spiels in regelmäßigen Abständen nutzen, schätzt man auf fünf Millionen. Für so manchen gastronomischen Betrieb sind diese Gewinne essentiell, denn ein gut genutzter Automat kann dem Inhaber 500 Euro monatlich bringen und drei hiervon bringen die Pacht ein. Die normalen Automaten, welche zur vierten Generation gehören, ziehen die Leute ohne Zweifel in ihren Bann, denn sie sind keine langsamen und elektromechanischen Rollengeräte mehr, die nur 12 Sekunden Spiel erlaubten und bei denen die Zahlungen hochgeschoben wurden.

Nun stellen sie rasante "Multi-Game-Stations" mit einem Monitor und flexiblen Einsätzen dar. Ihre Namen sind äußerst vielversprechend, wie "Action Star" oder "Magie Super Multi" und sie haben 10 verschiedene Spiele, die man nutzen kann, unter anderem "Extra Wild", "Triple Change", "Cash Fruits", "Blazing Star" und andere spannend klingende Spiele, die eigentlich ein kleines Casino sind.

Wenn man hinsieht, ist man von der Rasanz der Spiels erstaunt, mit der erfahrene Nutzer mit kunstvollen Tricks zwei Geräte gleichzeitig nutzen. In der Spieleverordnung steht auch etwas, was einem den Mund nicht mehr zubekommen lässt, denn hier kann man lesen, dass die minimale Dauer des Spiels 5 Sekunden dauert und der Spieleinsatz nicht über 20 Cents liegen und der Gewinn auch nicht mehr als 2 Euro hoch sein darf.

Ein Spiel geht wirklich nur 2 bis 3 Sekunden und der Spieleinsatz wird auf 2 Euro angehoben, hier liegt der Gewinn auch mal bei 50 Euro. Infolge eines cleveren Schachzugs ist es der Automatenbranche geglückt, diese Richtlinien der Spieleverordnung zu umgehen, denn praktisch kommt der Spieleinsatz an den Geräten nicht unmittelbar ins Spiel, sondern wird im vorgesehenen Tempo erst einmal auf ein Interimskonto geleitet.

Wenn dieses voll ist, dann kann der Nutzer mit dem Spiel beginnen, auch wenn er hohe Spieleinsätze tätigt. Das Tempolimit wird auch durch eine Zeitverschiebung, welche beim Setzen des Ertrags erfolgt, umschifft. Bei zahlreichen Automaten ist es möglich, durch eine Technik im Hintergrund, die während des Spiels läuft, Beträge aus diesem Konto zu ziehen oder mehr Geld hinzuzufügen. Den Nutzern ist dieser Vorgang nicht mehr fremd.

Ihnen liegt mehr daran, den Reiz des rasanten Spiels mit hohen Einsätzen auszukosten. Gewinne im 100er-Bereich kommen schon mal vor, doch Verluste in dieser Höhe gibt es ebenfalls. Die konsequenzreichen änderungen in Bezug auf den Glücksspielmarkt gehen auch an den Spielbanken nicht vorbei. Die traditionellen Casinos mit ihren stattlichen Gebäuden, die sich meist außerhalb der Großstädte befinden, ziehen den Kürzeren, sie haben schon lange die Schrumpfung von Gästen und Einsätzen beim Spiel zu beklagen.

Der Leiter von "Westspiel", das Spielbanken an sieben Orten in der Bundesrepublik hat, sagt, dass dieser Sektor unter dem zurückgegangenen Konsum, Einschränkungen bei der Werbung und besonders den großen Offerten unrechtmäßiger Glücksspiele im Netz und auch der beständige Ausdehnung des Spiels an Automaten für Geld zu leiden hat. Die Spielbanken im Bundesland Sachsen-Anhalt, die sich in Halle, Magdeburg und Wernigerode befinden, mussten nach ihrer Privatisierung in die Insolvenz gehen und haben momentan nicht geöffnet.

Im Bundesland Bayern waren die kleineren Spielstätten im Minus und sie gehen nicht unter, weil sie Hilfen vom Staat bekommen. Damals gab es zu den paar Spielbanken in der Bundesrepublik keine Alternativen, auch wenn sie außerhalb lagen, viel konnten die Spieler nicht dagegen tun. In den Casinos Hohensyburg, Bad Aachen und Bad Wiessee beispielsweise war bis in die frühen Morgenstunden Halligalli, doch nun ist nichts mehr los. Das klassische Geschäftsprinzip dieser Orte läuft nicht mehr, denn die Casinos in dieser Zeit laufen über das Digitale.

Ein Besuch in der Spielbank ist eine Sache für sich. Man kann nicht einfach eintreten, sondern muss sich zunächst einmal ausweisen; dies gibt darüber Aufschluss, ob man bereits in der Kartei der Sperren vorhanden ist. Wird man hereingebeten, kann man erst etwas essen oder sich gleich an die Spiele wagen. Das "Große Spiel" umfasst Roulette, Black Jack und Poker, welche unter Aufsicht an Tischen stattfinden und das "Kleine Spiel" umfasst die Geräte zum Geldspiel, die Automaten, doch der Name täuscht, was die Größe angeht.

Diese fahren für die Spielbanken etwa 75 Prozent des Gewinns ein. Gegenüber den Automaten in Kneipen und Spielhallen, die schon einen integrierten Bremseffekt vorweisen, steht diesen Geräten nichts im Weg. Hier kann man maximal 50 Euro in Abständen von drei Sekunden setzen, hierbei geht es um eine Menge Schotter. Hier kann es Gewinne in Höhe von bis zu 50.000 Euro geben, aber Verluste in dieser Höhe kommen auch vor.

Die Wetten im Bereich der Pferderennen wie Galopprennen und Trabrennen erleben einen Niedergang. Für diese Form der Wetten gibt man zwar immer noch eine Menge Geld her, doch die Rennvereine erhalten von diesen Beträgen nicht viel und ohne Spenden ist ein überleben nicht mehr möglich.

Das Galopprennen kann auf Wetten bis ins 19. Jahrhundert blicken und diese Form der Wetten, war die einzig gestattete Form des Glücksspiels. Rennen auf den Bahnen von Baden-Baden, Hamburg, Berlin, München oder Neuss stellten gesellschaftliche Großveranstaltungen dar, bei denen der Totalisator starke Umsätze machte, was auch heute noch der Fall ist.

Dies stellt ein System von Wetten dar, bei dem Gäste untereinander Wetten abschließen, was so erläutert werden kann. Die Wettenden haben am Totalisator rund 66.000 Euro für ein Rennen eingezahlt, bei dem nach dem Wegfall von Abgaben und Steuern 10.000 Euro weniger als Gewinn ausgezahlt werden.

Auf das Tier, das gewinnen soll, hat man 16.000 Euro gesetzt. Die Quote wird dadurch erreicht, dass man 56.000 durch 16.000 teilt und diese Summe mit der gesetzten Summe multipliziert wird. So bekommt man, hat man 30 Euro gesetzt, wenn man Glück hat, 105 Euro wieder. Hat man keins, dann bekommt man kein Geld. Mit diesem System kann man für jede beliebige Wette eine Quote erstellen.

Dazu gibt es in der Branche die Büros für Wetten, die den Buchmachern eigen sind, diese sind der Ort an dem sich Experten, meist Männer gehobeneren Alters, treffen, um die Rennprognosen auseinanderzunehmen und per Livestream im Netz, was das Radio ersetzt hat, die Rennen zahlreicher Bahnen in Europa nachzuvollziehen und ab und Wetten zu setzen.

Sie treten gegen die Buchmacher an, welcher im Vorfeld Quoten in Bezug auf den Sieg und den Rang für jedes Pferd bereithält. Der Buchmacher hat aber auch die Möglichkeit, als Totalisator zu fungieren, spricht als Vermittler für die Wetten der Rennorganisationen.

Dies klingt zwar wie aus einer anderen Zeit, was wohl auch zutrifft, denn der Fortbestand der Pferdewetten ist im Internet zu suchen.

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