Die Forderung der deutschen Städte geht nun so weit, dass ein generelles Verbot von Spielgeräten in Gaststätten gefordert wird. Nach Angaben des stellvertretenden Hauptgeschäftsführers des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, wurde das Potential der Spielverordnung nicht ausreichend ausgeschöpft, denn der Jugend- und Spielerschutz sowie die Suchtprävention sollten mit Hilfe dieses Gesetzes nachhaltig verbessert werden. Diese Forderung wurde bei dem bisherigen Entwurf laut des Deutschen Städtetages nicht ausreichend erfüllt und so wird eine Neufassung der Spielverordnung gefordert.

Auflagen sollen verschärft werden

Ziel der neuen Spielverordnung war es, die Auflagen für die Branche zu verschärfen, so hieß es von Seiten des Wirtschaftsministeriums. Die Regelungen wurden bereits durch die Regelung strenger gefasst, denn obwohl Spielgeräte in Gaststätten weiterhin erlaubt bleiben sollen, wurde die Anzahl der genehmigten Spielgeräte von bisher drei Automaten auf zwei reduziert.

Ein Verbot des Punktespiels ist in der neuen Gesetzgebung außerdem vorgesehen. Bisher konnte die Regelung in Bezug auf den Höchsteinsatz und damit auch auf den maximalen Verlust durch die Punkteregelung umgangen wurden. Die Spielautomaten waren so ausgerichtet, dass der eingezahlte Betrag direkt in Punkte umgewandelt wurde und somit der maximale Einsatz umgangen wurde.

Weiterhin bestehende Suchtgefahr durch Automatenspiel

Die Suchtexperten haben schon seit langem die bestehenden Regelungen kritisiert. Die Möglichkeit des Punktespiels sei besonders gefährlich für die Nutzer, da diese durch das Punktesystem keinen überblick über eingezahlte Gelder und mögliche Verluste haben würden. Nach dem Gesetzesvorschlag von Seiten des Wirtschaftsministeriums soll zusätzlich zu dem Verbot des Punktespiels der maximale Einsatz verringert werden. So wurde der Betrag von maximal 80 auf maximal 60 Euro reduziert.

Neben den neuen, verringerten Einsätzen soll die gesetzliche Regelung außerdem das Verbot von Automatiktasten beinhalten. Bisher handelt es sich bei der Gesetzgebung lediglich um einen Entwurf, im September jedoch soll dieser durch das Kabinett abgesegnet werden. Auch wenn die vorgesehenen Verbote ein Schritt in die richtige Richtungen seien, so Dedy, würden die geplanten Regelungen nicht ausreichen um einen angemessen Spielerschutz zu gewährleisten. Das Verbot von Spielautomaten in Gaststätten sei hierfür unumgänglich, so hieß es von Seiten des Deutschen Städterats.

Ein generelles Verbot von Spielautomaten in Gaststätten könnte sich laut Experten jedoch auf der anderen Seite negativ auswirken. Ein Verbot bewirkt meistens, dass ein größeres illegales Angebot vorhanden ist und dieses auch vermehrt von den Kunden genutzt würde. Dadurch würden die zuständigen Behörden die Kontrollmöglichkeit verlieren und der Spielerschutz könnte auf diesem Weg noch weniger garantiert werden. Suchtbeauftragte fordern dennoch, dass mehr Prävention im Bereich des Glücksspiels erfolgen muss. Die Spielsucht ist noch heute ein großes Problem und in Bezug auf den Spielerschutz sollten alle zuständigen Behörden an einem Strang ziehen, um die Spieler bestmöglich schützen zu können.