Durch die sogenannte "Experimentierklausel" besteht für private Anbieter von Sportwetten die Möglichkeit eine Lizenz für Deutschland zu erhalten.

Die zu vergebenden Konzessionen sind auf 20 beschränkt und sind vorerst für einen Zeitraum von sieben Jahren vorgesehen. Um als privater Wettanbieter eine Lizenz erhalten zu können, müssen die Konzessionsvoraussetzungen erfüllt werden.

Zu diesen Voraussetzungen zählen mehrere Punkte. Der erste zu erfüllende Punkt ist die erweiterte Zuverlässigkeit. Um diese erfüllen zu können, müssen die Bewerber die vollständigen Inhaber- und Bewilligungsverhältnisse offen darlegen.

Hierzu zählen die Informationen über alle beteiligten Personen und deren vollständigen Kontaktangaben. Zu den Personen, über die diese Auskünfte erteilt werden müssen, zählen alle Anteilseigner, die mehr als 5 Prozent des Grundkapitals halten oder mehr als 5% der Stimmrechte ausüben.

Neben dieser Grundauskunft zählt zu der erweiterten Zuverlässigkeit die Voraussetzung eines jeden Beteiligten, dass diese über die entsprech enden Kenntnisse im Bereich des Sportwettengeschäfts verfügt.

Dies gilt als Voraussetzung, um die Sicherheit und die ordnungsgemäße Durchführung des Sportwettenangebots zu gewährleisten. Um die entsprechende Kenntnis und Sachkunde vorzuweisen, müssen die beteiligten Personen die rechtmäßige Herkunft der für die Veranstaltung von Sportwetten erforderlichen Geldmittel vorweisen.

Ein weiterer Punkt als Konzessionsvoraussetzung ist die Leistungsfähigkeit des Konzessionsnehmers. Diese beinhaltet das zur Verfügung stehen ausreichender Geldmittel, um den Wettbetrieb durchführen zu können. Auch die Darlegung der Wirtschaftlichkeit des geplanten Sportwettenangebots zählt zu diesem angegebenen Punkt. Auch diese Voraussetzung dient der Sicherheit und dem Schutz der Spieler.

Nicht nur die Sicherheit sondern auch die Transparenz zählen außerdem zu einem der Voraussetzungspunkte. Im Rahmen dieses Punktes muss die Betriebstransparenz von Seiten des Anbieters gewährleistet werden. Hiermit wird den zuständigen Behörden die Kontroll- und überwachungsmöglichkeit geboten. Festgelegt ist außerdem, dass der Bewerber seinen Sitz in einem der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben muss.

Sollte sich dieser Firmensitz nicht in der Bundesrepublik Deutschland befinden, so ist es eine weitere Voraussetzung, dass die Unternehmer einen Empfangs- und Vertretungsbevollmächtigten Mitarbeiter mit Wohnsitz in Deutschland benennen.

Das eigene Angebot kann dann künftig als eigene Webseite im Internet präsentiert werden, wofür als Voraussetzung festgelegt wurde, dass die Domain über die Endung .de verfügen muss. Auch ein deutsches Konto, bzw. die Einrichtung eines Kontos bei einer europäischen Bank und die eigene Buchführung zählen zu den Voraussetzungen unter diesem Punkt.

Der vierte Punkt der Konzessionsvoraussetzungen innerhalb des Glücksspieländerungsstaatsvertrags ist die Berücksichtigung der Ziele. Damit verbunden sollen hierbei die Ziele des Glücksspieländerungsstaatsvertrags von den Anbietern umgesetzt werden. Hierzu zählen die Prävention der Spielsucht, die Spielsuchtbekämpfung und ein reibungsloser Spielbetrieb. Auch der Jugendschutz und der Schutz vor Betrug werden von diesem Punkt beinhaltet.

Die Ausschreibung der Konzessionen erfolgt europaweit. Die Bewerbungen der privaten Anbieter müssen in deutscher Sprache verfasst werden und werden in Schriftform von der entsprechenden Behörde in Empfang genommen. Die Bewerbungen der Anbieter müssen folgende Unterlagen beinhalten: alle beteiligten Personen, deren Kaptal- und Stimmrechtsverhältnisse und gegebenfalls die Beteiligten Unternehmen, mit kompletten Angaben.

Konzepte in Bezug auf die Sicherheit der Daten und auf die Sicherheit der Spieler, insbesondere der Minderjährigen, gehören zu den Unterlagen, die in den Bewerbungen enthalten sein sollen. Hierzu sollen auch Sachverständige oder Wirtschaftsprüfer genutzt werden, um die entsprechenden Konzepte zu überprüfen.

Des Weiteren ist der Unternehmer dazu angehalten, eine Verpflichtungserklärung abzugeben, die besagt, dass er kein nicht konzessioniertes Glücksspiel in Deutschland anbietet. Auch die Vollständigkeit der Unterlagen ist von Seiten des Bewerbers zu bestätigen. Ausländische Unterlagen müssen in die deutsche Sprache übersetzt und in dieser Form beglaubigt abgegeben werden.

Neben den Inhalten, die für die Bewerbung vorausgesetzt werden, gibt es auch die Auswahlkriterien, nach denen entschieden wird, an welche Unternehmen die Lizenzen vergeben werden. Zu den wichtigsten Eignungskriterien zählen die nachhaltige finanzielle Leistungsfähigkeit, mit der die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gewährleistet werden soll.

Auch die Möglichkeit der Unternehmen, die im Glücksspieländerungsstaatsvertrag verankerten Ziele zu erreichen, wird bei der Konzessionsvergabe genau betrachtet. Das Land Hessen ist für den Prozess der Bewerberauswahl und für die Erteilung der Konzessionen zuständig.

Auch können die erteilten Konzessionen auf einen unabhängigen Dritten übertragen werden, sofern das Bundesland Hessen hierfür die Zustimmung erteilt. Alle Voraussetzungen, die Ziele und die Rechte sind im Glücksspieländerungsstaatsvertrag nachzulesen, in dem auch die Besteuerung des Glücksspiels näher beleuchtet wird.