Diese Gelder, die damit frei werden, sollen dafür genutzt werden, das Haushaltsdefizit auszugleichen, so der konservative Ministerpräsident Pedro Passos Coelho. Die Veränderungen sollen dem Land dabei helfen, die internationalen Geldgeber zu überzeugen und deren Vertrauen zu gewinnen, so Coelho.

Für die Bevölkerung bedeuten die Kürzungen nichts Gutes. Bisher gibt es schon unzählige Bürger, die unter der Gehaltsgrenze von 1500 Euro liegen. Weitere werden hinzu kommen und weitere Nidriglöhner werden durch die neuen Regelungen und Einsparungen noch weiter sinken. Die Einbußen müssen von den Bürgern einfach hingenommen werden. Noch besteht Hoffnung, dass die Maßnahme nicht durchgesetzt werden kann und an dem Verfassungsgericht abprallt.

Die Kürzungen würden auch Bürger betreffen, die gerade mal knapp über dem Minimum liegen und damit würden diese in eine Gehaltsspanne geraten, mit der der eigene Lebensunterhalt nicht mehr gesichert werden kann. Bisher wurden Regelungen dieser Art vom Verfassungsgericht immer abgewiesen und sogar abgestraft, daher bestehe für die Menschen in Portugal noch Hoffnung, dass keine weiteren Kürzungen hingenommen werden müssen.

Während auf der einen Seite Gelder von den Arbeitern abgeknapst werden sollen plant die Regierung auf der anderen Seite die Unternehmenssteuer abzusenken. Die Staatskassen sind leer, das Haushaltsdefizit herrsche weiterhin vor und dennoch solle die Unternehmenssteuer auf einen Wert zwischen 17 und 19 Prozent gesenkt werden. Durch Steuerdumping scheint man sich zu erhoffen, dass sich mehr Unternehmen im Land ansiedeln und dadurch neue Gelder in die Staatskassen bringen.

Durch eine Marktanalyse soll nun herausgefunden werden, inwieweit die Legalisierung von Online Glücksspiel zusätzliche Gelder in die Kassen von Portugal spülen könnte. Geplant ist es, mit der Legalisierung, Mehreinnahmen in Höhe von 50 bis 60 Millionen Euro zu generieren. Mit diesen zusätzlichen Geldern könnten die Ausfälle ausgeglichen werden, die das Land an andere Stelle erwirtschaftet hat.