Die neue Regierung, unter dem Begriff Dänenampel bekannt, will genau dieses gut angenommene Gesetz nun wieder zurücknehmen und sich dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag der anderen 15 Bundesländer anschließen. Die Liberalen und die Piraten machen deutlich, dass sie die Meinung vertreten, dass Schleswig-Holstein sich damit, genau wie die anderen Bundesländer, auf den Holzweg begeben würde.

Die FDP machte bereits mehr als deutlich, wie sie zu dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag der 15 Bundesländer stehen. Joachim Günther und Lutz Knopek erklärten in einer Pressemeldung, dass sie sich einen anderen Weg für Deutschland gewünscht hätten und dafür bereits einige Jahre zu kämpfen versuchen. Knopek und Günther vertreten hierbei öffentlich die Meinung, dass die Ziele mit dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag nicht erreicht werden könnten.

Die festgesetzten Ziele sollen die Spielsucht verringern und die Spielmanipulationen verhindern. Die Experten machen deutlich, dass die EU-Kommission nicht umsonst so viel Kritik an dem verfassten Glücksspieländerungsstaatsvertrag geübt hätte und auch die Monopolkommission hatte eben diese Kritikpunkte deutlich gemacht.

Vor allem der SPD-Politiker Stegner scheint jedoch unbeeindruckt von dieser Kritik und versucht weiterhin die eigenen Ziele durchzusetzen. Knopek und Günther vertreten die Meinung, dass Schleswig-Holstein unter der neuen Regierung genau diesen Holzweg betreten würde, auf dem die anderen Bundesländer sich bereits seit einiger Zeit stetig befinden.

Auch die Piraten hatten die Pläne des SPD-Fraktionsvorsitzenden Stegner bereits mehrfach als wirklichkeitsfremd bezeichnet. Besonders das generelle Verbot von Online Casinos und Online Poker scheint der Piratenpartei zu missfallen. Kritik wird von der Partei dahingehend geübt, dass ein solch generelles Verbot nicht durchsetzbar sei und somit mit dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag weiterhin der Schwarzmarkt angekurbelt würde, der ja mit den neuen gesetzlichen Regelungen eigentlich reduziert werden sollte.

Die gleiche Meinung vertritt auch bekanntermaßen die FDP Partei, die als mit Initiator des Schleswig-Holsteinischen Glücksspielgesetzes den liberalen Weg klar befürwortet. Das Glücksspielgesetz in Schleswig-Holstein sei laut Kubicki die einzig europarechtskonforme Lösung, die in Deutschland bisher angeboten wurde. Sowohl die EU-Kommission als auch die Monopolkommission hatten das Glücksspielgesetz besonders gelobt.

Auch wurde das Gesetz des nordischen Bundeslandes bereits als Vorbild angesehen, an welchem die anderen Bundesländer sich ein Beispiel nehmen sollten. Die ersten Lizenzen wurden in Schleswig-Holstein bereits vergeben und auch wenn dort geplant wird, das Gesetz zurückzuziehen, so werden nun auch noch weitere Lizenzvergaben erwartet, da es anders gar nicht rechtlich möglich sei.

Dadurch, dass bei einer Rücknahme der Lizenzen durch die neue Regierung in Schleswig-Holstein hohe Schadensersatzforderungen auf das Bundesland zukommen würden, habe die neue Regierung nun geplant, die ausgegebene Lizenzen in den Glücksspieländerungsstaatsvertrag der anderen 15 Bundesländer zu integrieren. Kubicki geht davon aus, dass der Glücksspieländerungsstaatsvertrag aufgrund der Europarechtswidrigkeit gekippt werden wird und dann ist der Glücksspielmarkt in Deutschland vollkommen unkontrolliert.

Einen Plan B gibt es bisher von Seiten der Verantwortlichen laut Kubicki nicht. Er sei gespannt auf die Zukunft, vor allem auf die Rechtfertigungen der Politiker, die das liberale Glücksspielgesetz zurückziehen und sich einem europarechtswidrigen Gesetz anschließen wollen.