Für die Automatenindustrie bedeutet dies, dass schwere Zeiten auf sie zukommen, denn einige der Anbieter werden ihr Unternehmen unter den strengeren Regelungen nicht weiter führen und vor allem finanzieren können. Mit der neu vorgelegten Verordnung von Rösler sollen die Hälfte der Spielautomaten reduziert werden und strengere Regelungen auf die Automatenindustrie zukommen, in dieser Hinsicht scheint das Bundeswirtschaftsministerium sich einig zu sein.

Derzeit gibt es insgesamt etwa 240.000 Spielautomaten in Deutschland. Diese sollen nach der Auffassung des Wirtschaftsministers auf die Hälfte reduziert werden. Grund für den Anstoß des Bundeswirtschaftsministers geben vor allem auch die Bürgermeister der Städte und Bundesländer, da diese mehrfach Beschwerden eingereicht hatten, wegen dem Wildwuchs der Spielhallen und der Unkontrollierbarkeit. Nachdem nun bereits einige Bundesländer reagierten und selbst Regelungen verschärften, soll nun mit der bundeseinheitlichen Gesetzgebung für Spielhallen ein weiterer Riegel davor geschoben werden.

In den Medien wird die Vorgehensweise der FDP jedoch bereits barsch kritisiert. Es wurde veröffentlicht, dass die Partei seit Jahren von dem größten Glücksspielhersteller Deutschlands, der Gauselmann Gruppe, finanziert wurde. Nun sei der Schritt der FDP, das Spielhallengesetz einzuführen und strengere Regelungen für die Automatenindustrie zu präsentieren, vor allem für den ehemaligen Sponsor der FDP ein Schlag ins Genick. Paul Gauselmann selber erklärte in einem Interview, dass er Rößlers Vorstoß als Katastrophe ansehe und die Automatenindustrie damit in Zukunft einpacken könne.

Kritiker befürchten schlimme Folgen für die Branche, so auch in Bezug auf die Arbeitsplätze. Experten sprechen von möglichen Verlusten der Arbeitsplätze in Höhe von insgesamt 70.000 Stellen. Die Automatenindustrie sieht große Ungerechtigkeit in den Plänen der Regierung.

Währen gegen das gewerbliche Glücksspiel immer stärker vorgegangen wird, so haben andere Glücksspielanbieter, wie zum Beispiel Lotterien, Sportwettenanbieter, Spielbanken und Online-Casinos, offenbar nahezu freie Bahn. Das Glücksspiel würde laut Kritikern nicht einheitlich reguliert werden, das ginge ja auch gar nicht, da dann Einnahmen in großer Höhe dem Staat durch die Lappen gehen könnten.