Das Vorhaben der "Aktion Mensch" Lotterie sehe vor, die Losgutscheine in dem Supermarkt Rewe und in der Drogerie dm zum Verkauf anzubieten. Mit diesem Angebot würde die Sozialloterie ein komplett neues Vertriebsmodell verfolgen.

Die Losgutscheine können somit von den Kunden der entsprechenden Märkte an den Kassen käuflich erworben werden. Im Anschluss haben die Käufer die Möglichkeit, den Losschein entweder per Telefon oder per Internet zu aktivieren. Bei nicht-Aktivierung würde der an der Kasse gezahlte Betrag jeweils einfach direkt gespendet werden.

Die zuständigen Behörden in Rheinland-Pfalz hatten diesen neuen Vertriebsweg erst für nicht rechtmäßig eingestuft, da der Verkauf über angegebene Märkte als gewerbliche Spielvermittlung eingestuft wurde. Für eine solche Vermittlung bedarf es einer entsprechenden Erlaubnis, über die Rewe sowie dm nicht verfügen. Allerdings hatte sowohl die Sozialloterie selber als auch das Gericht eine andere Meinung dazu und vor Gericht wurde somit in einem Urteil beschlossen, dass eine solche Erlaubnis für den Verkauf der Glückslose in Supermärkten und Drogeriemärkten nicht notwendig sei.

Der Verkauf der Lose an sich könnte nicht mit der Vermittlung von Glücksspiel gleichgesetzt werden, so das Gericht, da der bloße Kauf der Lose den Käufern keine Gewinnmöglichkeit biete. Erst nach der Aktivierung der Lose durch den Kunden, wäre eine Gewinnmöglichkeit vorhanden und da die Aktivierung der Lose nicht in den entsprechenden Märkten sondern beim Lotterieveranstalter erfolge, sei der Verkauf in den jeweiligen Märkten durchaus möglich und erlaubt.

Trotz des für die "Aktion Mensch" positiven Urteils des Gerichts, kann mit dem Vertrieb über besagte Märkte nicht direkt begonnen werden, denn das Gericht machte deutlich, dass der neue Vertriebsweg auch für die Sozialloterie genehmigungsbedürftig sei und dass die Behörden von Rheinland-Pfalz nun über die entsprechenden Genehmigungen entscheiden müssten.