Da die Lotterie jedoch seit geraumer Zeit mit sinkenden Einnahmen zu kämpfen hat und der Vertreib der Lose über Postwurfsendungen, Banken, Sparkassen und die Post nicht mehr ausreicht klagt die Sozialloterie nun gegen das Land.

Das Land Rheinland Pfalz besitzt die Zuständigkeit für Soziallotterien. Durch das Verbot des Verkaufs in Supermärkten bzw. Drogerien befürchten die Verantwortlichen der "Aktion Mensch" nun, dass die Einnahmen weiter sinken werden und soziale Projekte dadurch nicht mehr ausreichend unterstützt werden können.

Der Fall wird nun vor dem Verwaltungsgericht Mainz geprüft. Die "Aktion Mensch" gilt als größte Sozialloterie Deutschlands. Bisher konnten jährlich soziale Projekte mit Geldern in Höhe von 150 bis 160 Millionen Euro gefördert werden. Mit den Auflagen für die Lotterien, diese nicht mehr öffentlich bewerben zu können, habe sich nach Angaben er Sozialloterie das Verhalten der Spieler geändert. Die Lotterie sehe die Notwenigkeit, neue Vertriebswege zu nutzen, um so wieder entsprechende Einnahmen generieren zu können.

Um den Vertrieb anzukurbeln wurde über die Option nachgedacht, die Lose der Sozialloterie über Supermärkte bzw. Drogerien zu verkaufen. Zwei Handelsketten hatten sich bereits mit dem Verkauf der Lose einverstanden erklärt. Das Land Rheinland Pfalz stimmte jedoch gegen den Vertrieb über die Geschäfte, da es sich auch bei der Soziallotterie um eine Art des Glücksspiels handle, der Vertrieb sei eine gewerbliche Spielvermittlung und daher müsse man sich auch hier an die vorgegebenen Regelungen des Landes halten.

Die "Aktion Mensch" argumentierte jedoch damit, dass es sich bei den Losen nicht um suchtgefährdende Scheine handle. Darüber hinaus würden in den Supermärkten lediglich die Gutscheine für die Teilnahme an der Lotterie verkauft werden, nicht aber die direkten Lose. So hätte der Teilnehmer dann die Möglichkeit, sich im Internet für die Lotterie anzumelden oder den Gutschein verfallen zu lassen.

Vor dem Mainzer Verwaltungsgericht soll nun entschieden werden, ob die "Aktion Mensch" als Glücksspielanbieter mit geringem Gefährdungspotential behandelt werden kann. Dies würde gewisse Privilegien bedeuten, die dem Glücksspielanbieter eingeräumt werden könnten. Das Gericht soll über den Vertrieb der Lose über den Handel entscheiden.