Dass der Alleingang von Schleswig Holstein mit der Verabschiedung des eigenen Glücksspielgesetzes Folgen haben wird war absehbar. Nun scheinen sich die ersten Folgen abzuzeichnen.

Zum Beispiel der private Lotterievermittler Norman Faber, der sich aufgrund der derzeitigen Situation und aufgrund der nicht stattfindenden Einigung der Ministerpräsidenten der anderen Bundesländer nun als Konsequenz überlegt hat, seinen Firmensitz aus Bochum (NRW) nach Schleswig Holstein zu verlegen.

Sein Unternehmen sei sein Lebenswerk und durch die Politik in Nordrhein-Westphalen fühlt er sich mit seinem Lebenswerk in Gefahr und sucht daher nun Wege, wie er dieses retten kann. Er bewertet das neue Gesetz und die Regelungen Schleswig-Holsteins positiv, weshalb ein Umzug als Konsequenz für ihn, bei keiner änderung in seiner Heimat, in Frage käme.

Der Lotterievermittler Norman Faber ist wahrscheinlich nur eins von vielen Schicksalen. Was jedoch der Umzug von seinem Unternehmen für das Konzerthaus in Bochum bedeuten würde ist bisher noch nicht klar. Der Umzug steht noch nicht fest, jedoch habe der Lotterievermittler geplant eine eigene Firma in Schleswig Holstein zu gründen. Die Zukunftsaussichten für sein Lebenswerk, also die Bochumer Zentrale, bleibt derweil noch ungewiss.

Die Verabschiedung des Glücksspielgesetzes in Schleswig-Holstein war in den Medien zu der Zeit ein großes Thema. Schleswig-Holstein fordert die Liberalisierung und hat diese für das eigene Bundesland mit dem Gesetz eingeführt. Währenddessen kamen die übrigen Bundesländer lange zu keiner Einigung. Ende Oktober hieß es, dass nun eine Einigung gefunden wurde. Faber bewertet diese Einigung und den damit verbundenen Entwurf für den künftigen Glücksspielstaatsvertrag eher negativ.

Er sieht diesen als rechtswidrig an, doch auch wenn die Rechtsprechung am Ende auf seiner Seite ist, nimmt dieser Prozess Jahre in Anspruch und währenddessen könne er nicht untätig dabei zusehen, wie sein Geschäft zugrunde geht. Derzeit brauche er für seine Lotterievermittlung, um überregional agieren zu können, 34 Genehmigungen. Viel Bürokratie für nichts, so Faber. In Schleswig-Holstein können die Politiker zur gleichen Zeit feiern, da sie selber angeben, dass in ihrem Bundesland als einziges Rechtssicherheit im Bereich Glücksspiel für 2012 herrsche.

Norman Faber fühlt sich in der gleichen Zeit missverstanden und ungerecht behandelt. Während Lotto immer weiter zurückgeht, boomen Sparten wie Poker und andere Glücksspielformen, dabei sei die Suchtgefahr bei den Lotterien nicht einmal annähernd so hoch wie bei anderen Glücksspielen. Doch diese Argumente scheinen für die Politiker nicht zu zählen, so Faber.

Wenn in NRW nicht bald änderungen eintreffen würde dies das Aus für Fabers Bochumer Standort und dessen dortige 370 Mitarbeiter bedeuten. Ob dies auch das Aus für andere Bereiche in seinem Leben bedeutet kann der Lotterievermittler nicht beantworten. Bisher habe er nicht darüber nachgedacht, ob das beispielsweise seine finanzielle Unterstützung für das Konzerthaus Bochum beeinflussen könnte.