Im Jahr 2012 entschieden 15 der 16 Bundesländer sich dafür, den Glücksspielstaatsvertrag in neuer Fassung in Kraft zu setzen. Schleswig-Holstein weigerte sich als einziges Bundesland, diesen zu unterschreiben. Damit schlug das nordische Bundesland einen Sonderweg ein, nach dem Online Glücksspiel vor Ort gestattet wurde.

Der festgelegte Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland verbietet das Online Glücksspiel generell. Ausnahmen stellen lediglich Lotterien und Sportwetten dar, die jeweils erlaubt werden können. Bisher jedoch wurde in Deutschland keine Sportwettenlizenz an Anbieter vergeben, was bedeutet, dass das Angebot an Sportwetten in Deutschland weiterhin illegal ist. Der liberale Sonderweg Schleswig-Holsteins gestattet es Anbietern vor Ort online ihr Glücksspielangebot zu präsentieren. Genau dieser Sonderweg sorgte bereits vor Jahren für viele Diskussionen.

Rechtsstreit um Digibet

Der aktuelle Rechtsstreit um den Anbieter Digibet, der seinen Hauptsitz in Gibraltar hat, sorgt nun dafür, dass der BGH auch den Sonderweg Schleswig-Holsteins überprüft. Geklagt wurde von Seiten der staatlichen Lottogesellschaft des Landes Nordrhein-Westphalen und der Bremer Toto und Lotto GmbH, die das Angebot von Digibet für rechtswidrig hielten. Der Fall wird vom BGH nun geprüft, eine Entscheidung ist bereits im Mai dieses Jahres zu erwarten.