Seit 60 Jahren bringt WestLotto deutschen Bürgern das Spiel mit dem Glück näher. Was reizt die Menschen an dem Glücksspiel Lotto?

LOTTO hat sich seit 60 Jahren zu einem echten Volksprodukt entwickelt. Die Menschen träumen von einem Leben ohne finanzielle Sorgen. Für diesen kleinen oder großen Traum geben sie dann auch einige Euros aus. Viele wissen auch, dass 40 Prozent der Lottoeinnahmen für den „guten Zweck“ verwendet werden. Da gewinnen dann alle, auch wenn man selbst nicht die richtigen Glückszahlen angekreuzt hatte.

Wie viel Glück braucht man wirklich für ein gutes Lottospiel? Gibt es eine Strategie?

LOTTO ist ein reines Glücksspiel, und Glück lässt sich bekanntlich mit keiner noch so guten Strategie erzwingen. Wer LOTTO oder Eurojackpot spielt, der träumt davon, dass er vielleicht bald den Jackpot knackt. Dieser Traum löst schon alleine oftmals Glücksgefühle aus.

Viele Menschen tragen die hoffnungsvolle Illusion, durch das Glücksspiel eine wirtschaftliche und soziale Mobilität erreichen zu können. Welchen Umgang empfehlen Sie mit dem Glücksspiel?

In Deutschland wird alle zweieinhalb Tage ein Tipper durch Lottospielen Millionär. Eine unglaubliche Quote. Knapp alle zehn Stunden gewinnt jemand bei den deutschen staatlichen Lotteriegesellschaften einen Gewinn von mehr als 10.000,00 Euro, obwohl die Chancen auf den Hauptgewinn bei manchen Spielen 1 zu mehreren Millionen ist. Im Gewinnfall gilt es allerdings zunächst Ruhe zu bewahren, guten Rat einzuholen und bis dahin den Kreis der Mitwissenden recht klein zu halten. Eine Lösung für finanzielle Probleme ist das Glücksspiel aber auf keinen Fall.

Würden Sie einen Lottogewinn als Fluch oder Segen bezeichnen?

Durch einen Lottogewinn finanzielle Sicherheit zu erlangen und Träume verwirklichen zu können, ist oft das Ziel der Lottospieler. Um vom Gewinn lange etwas zu haben, ist aus meiner Sicht professionelle Beratung ein Muss: So wird der Lottogewinn ein Segen.

Soziales Engagement wird bei WestLotto groß geschrieben. Aktuell unterstützen Sie das Deutsche Rote Kreuz in NRW bezüglich der Flüchtlingshilfe in Deutschland. Dazu stellen Sie Ihre Mitarbeiter pro Woche 2 Stunden frei um sich bei den sozialen Projekten zu engagieren. Was hat Sie zu dieser Entscheidung bewegt?

Die Flüchtlingsbewegung betrifft ganz Deutschland und ist seit Wochen in den Nachrichten. Wir sind seit Jahren schon ein starker Partner vom DRK und haben keine Sekunde überlegt, ob wir der Bitte um Hilfe nachkommen. Konkret ging es zunächst darum, einen Aufruf zu unterstützen und zu verbreiten. Damit sollte ein „Team Westfalen“ aus Ehrenamtlichen gebildet werden, um in der aktuellen Situation rasch zu helfen und die hauptamtlichen Helfer zu entlasten. Uns war jedoch nicht nur wichtig, den Aufruf zu verbreiten, sondern wir wollten auch selbst etwas tun.

Wie ist die Resonanz Ihrer Mitarbeiter?

Die Resonanz der Mitarbeiter ist großartig. Sie haben gespürt, dass WestLotto bei der Hilfe für das „Team Westfalen“ nicht auf die eigene PR zielt, sondern es aktiv unterstützt, um Teil des Hilfe-Teams zu werden.

Wie viele Mitarbeiter nehmen aktuell an dem Programm teil? Wie groß ist die Bereitschaft?

Wir haben damit sicher auch den Nerv unserer Mitarbeiter getroffen, denn aktuell engagieren sich mehr als 60 WestLotto-Mitarbeiter und damit 15 Prozent unserer Belegschaft. Ein Ergebnis, das uns auch ein wenig stolz macht. übrigens: Das DRK hat mittlerweile mehr als 2.200 freiwillige Helfer insgesamt erfasst. Das ist ein tolles Ergebnis.

Unter anderem wird auch die „Integration durch Sport“ finanziell von Ihrem Unternehmen unterstützt. Wo leisten Sie noch weitere finanzielle Hilfe?

Die Spieleinsätze der Kunden gehen in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Sport, Kultur, Denkmal- und Naturschutz und die Wohlfahrt. In diesen Bereichen gibt es viele gesellschaftliche Träger, also Organisationen, wie die AWO, Caritas, den Landessportbund oder die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die seit 60 Jahren von uns unterstützt werden. Auf diese Weise sind in NRW bereits über 25 Milliarden Euro für das Gemeinwohl zusammengekommen. Eine beeindruckende Summe wie ich finde.

Der Ansturm der Flüchtlinge in Deutschland ruft bei vielen Menschen auch Hass und Intoleranz hervor. Hat Ihr Engagement eventuelle negative Auswirkungen auf Ihr Unternehmen?

Ich glaube, dass unser klares und offenes Statement positive Auswirkungen hat. Seit 60 Jahren tragen Lottogelder zum Gemeinwohl bei. Deshalb ist soziales Engagement Teil der DNA des Unternehmens und wie sich aktuell wieder zeigt auch der WestLotto-Mitarbeiter.

Würden Sie die Aufnahme der Flüchtlinge in Deutschland als Glücksspiel bezeichnen? Was ist Ihre persönliche Meinung dazu?

Diesen Zusammenhang kann ich nicht erkennen, denn die Aufnahme von Menschen, die unsere Hilfe benötigen, ist alles andere als ein Glücksspiel, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Glück ist das „Kerngeschäft“ von WestLotto. Not und Glück liegen bei der Flüchtlingshilfe sehr nah beieinander. Haben Sie das Gefühl, dass der Einsatz Ihrer Mitarbeiter von den Asylanten als Glück gesehen wird?

Die Mitarbeiter, die hier bereits Unterstützung geleistet haben, berichten trotz aller Begleitumstände von einer Reihe glücklicher Momente, übrigens auf beiden Seiten.

Welches Feedback bekommt WestLotto von Außenstehenden oder anderen Unternehmen, die sich nicht so aktiv an der Flüchtlingshilfe beteiligen?

Wir haben eine ganze Reihe von positiven Rückmeldungen bekommen, an erster Stelle von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, aber auch von Bundespräsident Joachim Gauck, der in einer seiner Reden das Engagement ausdrücklich lobend erwähnt und den Mitarbeitern seinen Dank ausgesprochen hat. Für uns ist aber noch wichtiger, dass viele unserer Mitarbeiter von Familie, Freunden und Bekannten viel Zustimmung zu dieser Aktion erfahren haben.

Welches Zeichen will Westlotto mit der Flüchtingshilfe setzen?

Es war nicht unser Ziel, ein Zeichen zu setzen, aber heute kann ich sagen: Es wäre toll, wenn viele Bürger und Unternehmen diesem Beispiel folgen würden. Denn unsere gemeinsame Hilfe wird weiterhin benötigt.

Was bedeutet Glück persönlich für Sie?

In der Summe mehr als ich mir mit einem 6er im Lotto erfüllen könnte, auch wenn der Gewinn sicher reichen würde, den ein oder anderen Traum zu erfüllen.

Hier geht es zum Interview mit Steffen Hagenkötter, Mitarbeiter von Westlotto, der sich seit mehreren Wochen aktiv an der Flüchtlingshilfe beteiligt.

 

Interview geführt von Franziska Steiner

(Bildquelle: westlotto.de)